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Arbeitsbereiche/Branchen

Sie arbeiten in erster Linie an Hochschulen, in Forschung und Entwicklung oder in Ingenieurbüros für technische Fachplanung. Außerdem sind Ingenieure der Verfahrenstechnik in Betrieben unterschiedlicher Wirtschaftszweige tätig, z.B. in der chemischen Industrie, der Ver- und Entsorgung, in der Hüttenindustrie, der Baustoff-, Elektro- und Lebensmittelindustrie. Sie können auch im Fahrzeug- und Maschinenbau oder im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sein.

 

Arbeitsorte

Planungs- und Entwicklungsaufgaben erledigen sie in Büroräumen mit Bildschirmarbeitsplätzen. Sie halten sich auch an Produktionsanlagen und in Labors auf. Bei der Montage von Anlagen und in der technischen Beratung arbeiten sie außerdem direkt beim Kunden vor Ort. Zuweilen führen sie ihre Einsätze auch ins Ausland.

 

Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel

Ingenieure der Verfahrenstechnik planen, bauen und betreiben Apparate und Anlagen, wie sie beispielsweise in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, im Hüttenwesen, in der Mineralölindustrie und in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie vorkommen. Grundlage ihrer Arbeit sind technische Unterlagen wie zum Beispiel Baupläne, Anlagenschemata, Materialpläne, Rohr- und Apparatepläne, Schaltpläne, Stücklisten und Konstruktionszeichnungen. An computerunterstützten Arbeitsplätzen (CAD-, CAM-, CAQ-Systeme) und zum Teil auch konventionell am Zeichenbrett erstellen sie Entwürfe. Dabei wählen sie die verschiedenen Anlagenkomponenten, zum Beispiel Apparate, Behälter, Rohre, Mess- und Regelsysteme aus unterschiedlichen Werkstoffen, aber auch Profile und Halbzeuge und andere fertige Bauteile aus. Wissen über Normen und technische Regelwerke fließt in die Planung, Projektentwicklung und Konstruktion ebenso mit ein wie profundes Know-how über die Eigenschaften der Stoffe, die zu verfahrenstechnischen Produkten umgewandelt werden. Ggf. sind sie in Labors und Technika tätig. Beim Testen von Anlagenteilen und ihrer Funktion und bei der Qualitätsprüfung verwenden Ingenieure der Verfahrenstechnik Mess- und Prüfgeräte zur mechanischen, optischen und elektrotechnischen bzw. elektronischen Messung von Messgrößen. Der Computer spielt auch für die Kommunikation am Arbeitsplatz eine große Rolle: So können sich die Teammitglieder per E-Mail jederzeit verständigen. Sie greifen im Intranet auf Projektlaufwerke zu, in die gemeinsame Daten eingestellt werden. Dadurch verfügen alle Teammitglieder immer über den gleichen Wissensstand. Durch Videokonferenzschaltungen ist auch die Einbindung externer Projektmitglieder möglich.

 

Arbeitsbedingungen

Teamfähigkeit, Organisation und Planung

Selbst wenn Ingenieure der Verfahrenstechnik in der Entwicklungsabteilung eines Betriebes eine Reihe von Aufgaben, wie die Dimensionierung eines Kessels, allein bewerkstelligen können, sind sie doch häufig bereits zu Beginn eines neuen Auftrags in ein Projektteam eingebunden. Hier finden sich Spezialisten aus Nachbardisziplinen bis hin zu Marketingexperten, die nicht zwangsweise am selben Standort beschäftigt sind. Ggf. kommuniziert man via Videokonferenz; häufig wird dann englisch gesprochen. Führen sie als Projektleiter ein Team, so gehören Organisation, Planung und Personalführung zu ihren Aufgaben. Sie koordinieren die Zusammenarbeit aller Projektmitarbeiter, achten darauf, dass der enge Terminplan eingehalten wird und behalten den Überblick, denn sie sind verantwortlich dafür, dass die Projektziele erreicht werden.

Service vor Ort

Nach der Fertigung und erfolgreichen Testläufen komplexer Systeme, beginnt beim Kunden vor Ort die Montage, Justage und Erprobung, die sie anleiten und überwachen. Selten gelingt das an einem Tag, so dass unter Umständen längere Aufenthalte beim Kunden notwendig sind. Unerwartete Vorkommnisse können den Zeitplan durcheinanderbringen oder gar Anlagenänderungen nach sich ziehen. In solchen Fällen müssen die Ingenieure einen kühlen Kopf bewahren und eine Lösung finden. Ingenieure für Verfahrenstechnik, die im Kundenservice beschäftigt sind, haben ebenfalls mit Reisen zu rechnen. Der Kundenservice vieler Systemanbieter ist rund um die Uhr zu erreichen. Viele Probleme lassen sich über Telekommunikationssysteme, Ferndiagnose- und Fernwartungssysteme lösen, aber nicht alle. Wenn im Kundenbetrieb die Produktion stillsteht, müssen Ingenieure und Ingenieurinnen der Verfahrenstechnik auch vor Ort den Fehler beheben. In solchen Fällen müssen sie kurzfristig reisebereit sein. Häufig unterwegs sind Ingenieure der Verfahrenstechnik, die im Vertrieb tätig sind, wenn sie Kunden von den Systemen ihrer Firma überzeugen wollen.

In der Produktion

Nicht zuletzt haben Sie auch in den Produktionsstätten zu tun. Dabei richten sich Ihre Arbeitszeiten nach den Erfordernissen der Produktionsprozesse, so dass auch Schichtarbeit oder Rufbereitschaft anfallen. Sie kommen mit Chemikalien in Kontakt, die untereinander reagieren und gesundheitsgefährdend sein können. Das Einhalten von Sicherheitsvorschriften, der Gebrauch von Sicherheitseinrichtungen und Schutzkleidung sind für Sie daher eine Selbstverständlichkeit.

Arbeitsbedingungen im Einzelnen

  • Arbeit mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen
  • Bildschirmarbeit (Planungs- und Entwicklungsaufgaben am Computer erledigen)
  • Arbeit in Büroräumen (in Büroräumen an Bildschirmarbeitsplätzen)
  • Wechselnde Arbeitsorte (bei der Montage von Anlagen und in der technischen Beratung direkt beim Kunden vor Ort arbeiten)
  • Gruppen-, Teamarbeit (in ein Projektteam eingebunden arbeiten)
  • Kundenkontakt (Kunden und Anwender betreuen und beraten)
  • Unregelmäßige Arbeitszeiten (Schichtbetrieb oder Rufbereitschaft z.B. bei der Betriebsüberwachung in chemischen Produktionsbetrieben oder wenn der Betrieb von Anlagen auch am Wochenende gesichert sein muss)

 

Arbeitsverhalten

  • Planungs- und Organisationsfähigkeit (termin- und fachgerechten Auf- und Zusammenbau der Anlage planen, organisieren und überwachen)
  • Selbstorganisation (viele Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich erledigen)
  • Analytische Arbeitsweise (z.B. Produktionsverfahren und Anlagenkomponenten optimieren und weiterentwickeln)
  • Kommunikationsfähigkeit (z.B. Mitarbeiter im eigenen Verantwortungsbereich führen, anleiten und beurteilen)
  • Teamfähigkeit (in ein Projektteam eingebunden arbeiten)
  • Mobilitätsbereitschaft (kurzfristige Tätigkeiten beim Kunden vor Ort, z.B. wenn im Kundenbetrieb die Produktion stillsteht)