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Tätigkeitsbezeichnungen
- Prozessingenieur/in - Verfahrenstechnik
- Verfahrensingenieur/in
- Verfahrenstechnikingenieur/in
- Process engineer (m/f)
Zugang zur Tätigkeit
Für die Tätigkeit als Ingenieur der Verfahrenstechnik wird üblicherweise ein abgeschlossenes Studium im Bereich Verfahrenstechnik erwartet, je nach Aufgabenfeld mit Bachelor- oder Masterabschluss bzw. mit Diplomabschluss einer Fachhochschule, Universität oder Berufsakademie. Führungspositionen, spezialisierte Aufgabenstellungen oder Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung erfordern meist im Anschluss an den Bachelorstudiengang ein Masterstudium, ggf. auch die Promotion. Voraussetzung für die Tätigkeit als "Beratende/r Ingenieur/in" sind mehrjährige Fachpraxis und die Mitgliedschaft in einer Länderingenieurkammer.
Zugangsberufe/Zugangstätigkeiten
Die folgenden Berufe stellen in der Regel nur eine Auswahl an Zugangsmöglichkeiten zur Tätigkeit als Ingenieur der Verfahrenstechnik dar.
- Ingenieur der Verfahrenstechnik
- Ingenieur für Maschinenbau (allgemeiner Maschinenbau)
Spezialisierungsformen
Ingenieure der Verfahrenstechnik spezialisieren sich vor allem auf die Entwicklung und Erprobung von physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen zur Umwandlung von Stoffen z.B. für die chemische und pharmazeutische Industrie, für die Metall- und Hüttenindustrie oder für die Abfallentsorgung und für Recyclingprozesse. Auch in der Planung, Projektierung, Validierung, Fertigungssteuerung und Instandhaltung von verfahrenstechnischen Anlagen übernehmen sie Fach- und Führungsaufgaben. Hier eröffnen sich u.a. auch im Bereich der regenerativen Energien interessante Tätigkeitsfelder. Weitere Schwerpunkte bieten sich im technischen Vertrieb, in der Anwendungsberatung, im Einkauf und in der Materialwirtschaft. Als Gutachter und Sachverständige, im Energiemanagement oder in der Aus- und Weiterbildung können sie ebenfalls tätig werden. Ein Master- oder Diplomabschluss eröffnet ggf. weitere Möglichkeiten in Wissenschaft, Forschung und Lehre.
Funktions- und Aufgabenbereiche
Als Ingenieur der Verfahrenstechnik arbeitet man vorwiegend in folgenden betrieblichen Funktions- und Aufgabenbereichen:
- Arbeitsvorbereitung, Fertigungsplanung und -steuerung
- Einkauf, Beschaffung
- Forschung, Entwicklung
- Kundendienst, Kundenservice
- Lagerwirtschaft, Materialwirtschaft, Versand
- Management, Unternehmensführung
- Produktion, Fertigung
- Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung
- Vertrieb, Verkauf
- Wartung, Instandhaltung
Darüber hinaus kann sich die Tätigkeit auch auf folgende Bereiche erstrecken:
- Aus- und Weiterbildung
Weiterbildung
Perspektiven
Der erfolgreiche Einstieg in den Beruf ist erst der Anfang: Eine Voraussetzung für den beruflichen Erfolg ist es, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben und das eigene Fachwissen laufend zu ergänzen, zu vertiefen und an neue Entwicklungen anzupassen. Andere Perspektiven im Berufsleben können sein, sich zu spezialisieren, beruflich voranzukommen oder sich selbstständig zu machen. Wer internationale Erfahrungen sammeln und im Ausland arbeiten möchte, kann seine Fremdsprachenkenntnisse ausbauen und internationale Qualifikationen erwerben.
Qualifizierung und Spezialisierung
Der ständige Wandel im Bereich der Verfahrenstechnologie stellt Ingenieure der Verfahrenstechnik täglich vor neue Herausforderungen. Da sie interdisziplinär arbeiten, müssen sie sich darüber hinaus permanent in neue Fachgebiete einarbeiten und ihren Wissensstand in anderen Fachgebieten erweitern. Das Themenspektrum für eine fachliche Anpassungsweiterbildung ist breit und reicht vom Maschinenbau über die Materialwirtschaft bis zur Arbeitsgestaltung.
Masterstudiengang: Sprungbrett zum Erfolg
Wer Führungspositionen anstrebt oder im Bereich Forschung und Entwicklung tätig sein möchte, wird - sofern er die Voraussetzungen erfüllt - ein Masterstudium anschließen. Während ein konsekutiver Masterstudiengang auf den Inhalten eines vorangegangenen Bachelorstudiums aufbaut, kann bei nichtkonsekutiven und weiterführenden Masterstudiengängen auch eine andere inhaltliche Ausrichtung gewählt werden. Für die Zulassung zu einem weiterführenden Masterstudium ist in der Regel eine mindestens einjährige Berufspraxis Voraussetzung.
Promotion/Habilitation
Für eine wissenschaftliche Laufbahn an der Hochschule ist in der Regel eine Promotion erforderlich, für die Berufung zum Hochschulprofessor benötigt man eine Habilitation. Die Promotion erleichtert auch in der Privatwirtschaft, im Bereich der Forschung und öffentlichen Verwaltung den Zugang zu gehobenen beruflichen Positionen. Masterabschlüsse berechtigen grundsätzlich zur Promotion. Die Universitäten können nach einer Eignungsfeststellung Absolventen mit Bachelorabschluss auch ohne Masterabschluss zur Promotion zulassen.
Existenzgründung
Wer sich selbstständig machen möchte, kann z.B. ein Planungs- oder Ingenieurbüro gründen, das technische Dienstleistungen erbringt, oder nach Eintragung in die Handwerksrolle einen Betrieb des Metallbauer- oder Feinwerkmechanikerhandwerks eröffnen.
Kompetenzen
Die folgende Liste enthält eine Auswahl der für diesen Beruf wichtigsten Fertigkeiten und Kenntnisse. Die Auswahl dieser Kompetenzen erfolgt auf Basis von Studienordnungen sowie der Auswertung von Stellen- und Bewerberangeboten. Kernkompetenzen, die man während des Studiums erwirbt:
- Anlagenbau
- Anlagenplanung (Versorgungs-, Verfahrenstechnik)
- Arbeitsvorbereitung
- Betriebsmitteleinsatz planen
- Bioverfahrenstechnik
- Brennstofftechnik
- Entwicklung
- Kalkulation
- Konstruktion
- Maschinentechnik
- Mess-, Steuer-, Regeltechnik (MSR)
- Prozessanalytik
- Technische Mechanik
- Thermische Energietechnik
- Verfahrenstechnik
Weitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:
- Automatisierungstechnik, Prozessautomatisierung
- CAD (Computer Aided Design)-Systeme anwenden
- CAM-, CIM-Systeme anwenden
- Chemische Verfahrenstechnik
- CNC-Kenntnisse, CNC-Programmieren
- Elektronik
- Elektrotechnik
- Energieerzeugung
- Forschung
- Instandhaltungsmanagement
- Prozessleittechnik
- Qualitätsmanagement
- Roboter- und Handhabungstechnik
- SPS-Programmierung, SPS-Technik
- Technische Physik
- Thermodynamik
- Darüber hinaus enthält die folgende Kompetenzgruppe weitere relevante Fertigkeiten und Kenntnisse für den vorliegenden Beruf:
- Kompetenzgruppe "CAD-Anwendungen"
Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit, http://berufenet.arbeitsagentur.de
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