Weiterbildung
Perspektiven
Auch wer sich im Bereich Logistik erfolgreich spezialisiert hat, steht - bedingt durch Veränderungen und Neuerungen - beruflich immer wieder vor neuen Herausforderungen. Eine Voraussetzung für den beruflichen Erfolg ist es daher, fachlich auf dem Laufenden zu bleiben und sein Fachwissen laufend zu ergänzen, zu vertiefen und an aktuelle Entwicklungen anzupassen. Andere Perspektiven im Berufsleben können sein, sich beruflich zu verändern, im Beruf voranzukommen oder im Ausland zu arbeiten.
Am Ball bleiben
Lagermanagement, Warensysteme oder Veränderungen im Außenhandel und Transportwesen sind Themen, denen sich Logistiker immer wieder neu stellen müssen. Das Spektrum für eine fachliche Anpassungsweiterbildung ist breit und reicht von Materialflussmanagement über Logistiksysteme und -verträge bis hin zu Qualitätsmanagement und Wirtschaftsfremdsprachen.
Aufstieg und Studium
Wer es sich zum Ziel gesetzt hat, beruflich voranzukommen, kann ebenso aus einer Palette an Angeboten zur Aufstiegsweiterbildung auswählen. Je nachdem, welche berufliche Vorbildung man hat, kann dies beispielsweise eine Weiterbildung zum Betriebswirt für Logistik sein.
Teilweise werden Vorbereitungslehrgänge auf Weiterbildungsprüfungen auch in Form von E-Learning/Blended Learning angeboten. Hier lernen die Teilnehmer jedoch nicht ausschließlich alleine am Computer. Während des Lehrgangs stehen sie in der Regel in Kontakt mit einem Dozenten, der für inhaltliche und technische Fragen zur Verfügung steht. Logistiker mit Hochschulzugangsberechtigung können - sofern sie nicht bereits über einen entsprechenden Hochschulabschluss verfügen - beispielsweise einen Bachelorabschluss im Bereich Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Logistik erwerben.
Für Logistiker, die bereits ein Bachelorstudium beispielsweise der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen haben, bietet sich ein fachwissenschaftlicher Masterstudiengang an. Während ein konsekutiver Masterstudiengang auf den Inhalten eines vorangegangenen Bachelorstudiums aufbaut, kann bei nichtkonsekutiven und weiterbildenden Masterstudiengängen auch eine andere inhaltliche Ausrichtung gewählt werden. Für die Zulassung zu einem weiterbildenden Masterstudium ist in der Regel eine mindestens einjährige Berufspraxis Voraussetzung.
Kompetenzen
Die folgende Liste enthält eine Auswahl der für diesen Beruf wichtigsten Fertigkeiten und Kenntnisse. Die Auswahl dieser Kompetenzen erfolgt auf Basis der Auswertung von Stellen- und Bewerberangeboten. Kernkompetenzen, die in diesem Beruf grundsätzlich erforderlich sind:
- Distributionssysteme planen und einsetzen
- Handelsrecht
- Kalkulation
- Kosten- und Leistungsrechnung
- Logistik
- Materialwirtschaft
- Supply Chain Management
Weitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:
- Beschaffungslogistik
- Betriebswirtschaftslehre
- Controlling
- Distributionslogistik
- E-Commerce, E-Business
- Informations- und Kommunikationsmanagement
- Just in time (JIT)
- Kundenberatung, -betreuung
- Lagerorganisation, -verwaltung
- Lagerwirtschaft
- Produktionslogistik
- Transportlogistik
- Warenannahme, Wareneingangskontrolle
Darüber hinaus enthält die folgende Kompetenzgruppe weitere relevante Fertigkeiten und Kenntnisse für den vorliegenden Beruf:
- Kompetenzgruppe "Betriebswirtschafts-, Finanz- und Controllingsoftware"
Ausblick - Trends und Entwicklungen
Logistik: neue Potenziale durch RFID-Technologie
Radio Frequency Identification, kurz RFID, gewinnt im Bereich Logistik immer mehr an Bedeutung. Dahinter verbirgt sich eine Technologie, die es ermöglicht, Objekte eindeutig per Funk zu identifizieren. Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Kennzeichnungssystemen (z.B. Bar-Codes) besteht darin, dass Informationen über das jeweilige Objekt in Echtzeit erfasst werden können. Waren sind somit jederzeit lokalisierbar, was zu einer hohen Transparenz und Flexibilität in der logistischen Steuerung führt. So kann mithilfe der RFID-Technologie beispielsweise der Warenfluss optimiert und die Rückverfolgbarkeit von Prozessen und Produkten erleichtert werden. Auch für die Automatisierung von logistischen Abläufen ist RFID von Bedeutung, beispielsweise bei der automatischen Erkennung, Sortierung oder Nachbestellung von Waren.
Zu den Aufgaben von Logistikern gehört es, die bestehenden logistischen Prozesse eines Unternehmens zu optimieren und somit zur Kostensenkung beizutragen. Mit der zunehmenden Verbreitung von RFID wird zu prüfen sein, in welchen Bereichen des eigenen Unternehmens diese neue Technologie gewinnbringend eingesetzt werden kann.
Neue IT-Lösungen für das Produktionsmanagement
Aufgrund der Globalisierung sind die Anforderungen an die industrielle Produktion gestiegen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, benötigen Industriebetriebe eine optimale Auftragsabwicklung. Hierbei helfen neue IT-Lösungen für das Produktionsmanagement, sogenannte Manufacturing Execution Systems (MES). Dabei handelt es sich um Softwaresysteme, die zwischen der Unternehmensleitebene (ERP = Enterprise Resource Planning System) und der eigentlichen Fertigung angesiedelt sind. Sie ermöglichen eine detaillierte Feinplanung der Produktion und erfassen wichtige Größen wie Durchlaufzeit, Maschinenauslastung oder Produktausbeute. Mithilfe der neuen Softwaresysteme werden Produktionsprozesse transparenter gestaltet, wodurch Logistiker ihre logistische Planung und Steuerung verbessern können, einen schnellen Transport gewährleisten und damit die gesamte Auftragsabwicklung optimieren.
Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit, http://berufenet.arbeitsagentur.de
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