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Aufgaben und Tätigkeiten

Wenn Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse, etwa Fertigungsverfahren, neu entwickelt, geändert oder verbessert werden sollen, greifen Projektingenieure ein. Sie konstruieren und optimieren Anlagen, Fahrzeuge oder andere Güter von der Idee bis zur Freigabe bzw. Inbetriebnahme. Dabei halten sie vorgegebene Zielvorgaben wie Aufgabenstellung, Kosten oder Termine ein. Innerhalb dieser Rahmendaten zeigen sie geeignete Maßnahmen auf, bewerten diese und realisieren die vom Entscheider, etwa einer Geschäfts-, Abteilungsleitung oder dem Kunden, gewählte Lösung. Sie analysieren bestehende Produktionsprozesse, Produkte oder Dienstleistungen oder erfassen die Anforderungen an ein neues Produktionsverfahren. Dann setzen sie die Anforderungen in Vorgaben um. Hierzu erstellen sie Ausführungsunterlagen nach technischen, kommerziellen, Umwelt- oder Rationalisierungsvorteilen. Bei mehreren Lösungen bewerten sie die jeweiligen Vor- und Nachteile und stellen die verschiedenen Möglichkeiten den Entscheidern vor. Danach planen, organisieren oder überwachen sie die praktische Umsetzung der ausgewählten Lösung bzw. wirken an allen oder einzelnen Projektphasen selbst mit.

Während der gesamten Entwicklungsphase dokumentieren sie nachvollziehbar den Ablauf des Projekts und kontrollieren ihn konstant. Sie übernehmen die technische Abstimmung zwischen den Projektbeteiligten und den Kunden, beraten und schulen in allen technischen Fragen. Zudem stellen sie den Nutzern alle Unterlagen für den laufenden Betrieb bereit. Schließlich geben sie gemeinsam mit dem Kunden das Projekt für den Regelbetrieb frei.

 

Arbeitsbereiche

Als Projektingenieur kann man in nahezu allen Wirtschaftszweigen arbeiten, z.B.:

  • Bau, Architektur
  • Chemie, Pharmazie, Kunststoff
  • Elektro
  • Fahrzeugbau, -instandhaltung
  • Finanzdienstleistungen, Immobilien
  • Glas, Keramik, Rohstoffverarbeitung
  • Holz, Möbel
  • IT, DV, Computer
  • Metall, Maschinenbau, Feinmechanik, Optik
  • Nahrungs-, Genussmittelherstellung
  • Papier, Druck
  • Textil, Bekleidung, Leder
  • Transport, Verkehr
  • Ver- und Entsorgung

 

Arbeitsbedingungen

In der Regel arbeiten Projektingenieure an einem festen Büroarbeitsplatz, müssen aber auch in den Entwicklungs- und Produktionsstätten ihres Betriebs sowie beim Kunden vor Ort sein. Letzteres bedingt häufige Reisen mit längeren Auswärtstätigkeiten, ggf. auch im Ausland. In größeren Betrieben wird das Projektmanagement im Team ausgeführt. Neben Fachkenntnissen der jeweiligen Branche beherrschen Projektingenieure die methodischen Instrumente der Projektarbeit: Organisation und Präsentation von Arbeitsabläufen, Zeitmanagement und Terminplanung, Mitarbeiterführung und ggf. auch Kundenbetreuung. Für diese Aufgaben setzen sie spezielle computergestützte Planungs- und Kommunikationssysteme ein. Wegen des Schnittstellencharakters ihrer Tätigkeit haben Projektingenieure vielfältige Kontakte zu Mitarbeitern in der Entwicklung und in der Produktion des eigenen Unternehmens, sowie ggf. des Kunden. Sie arbeiten darüber hinaus auch mit Fachleuten aus Marketing und Vertrieb zusammen und sind häufig direkt der Geschäftsführung unterstellt. Da sie neue Produkte und Verfahren einführen, müssen sie in der Lage sein, Mitarbeiter zu führen und zu schulen. Bei engen Terminen oder unvorhergesehenen Schwierigkeiten arbeiten sie unter Zeitdruck. In den letzten Phasen vor Projektabschluss ist auch Wochenendarbeit (Rufbereitschaft) möglich.

Arbeitsbedingungen im Einzelnen:

  • Bildschirmarbeit (Einsatz von elektronischen Planungs- und Kommunikationssystemen, Erstellen von Ausführungsunterlagen und Dokumentationen)
  • Arbeit in Büroräumen (z.B. bei Organisation und Präsentation von Arbeitsabläufen, Zeitmanagement und Terminplanung)
  • Arbeit in Werkstätten, Werk-/Produktionshallen (in den Entwicklungs- und Produktionsstätten ihres Betriebes)
  • Wechselnde Arbeitsorte (beim Kunden vor Ort)
  • Gruppen-, Teamarbeit (in größeren Betrieben wird das Projektmanagement im Team ausgeführt)
  • Kundenkontakt
  • Termin- und Zeitdruck (bei engen Terminen oder unvorhergesehenen Schwierigkeiten)
  • Unregelmäßige Arbeitszeiten (in den letzten Phasen vor Projektabschluss auch Wochenendarbeit)