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Aufgaben und Tätigkeiten

Worum geht es?

Ingenieure für Service und Instandhaltung planen, organisieren und überwachen alle Arbeitsprozesse der Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung von technischen Einrichtungen. Ihr Tätigkeitsgebiet reicht von vorbeugenden Maßnahmen an industriellen Produktionsanlagen über das Sichern aller Funktionen in Gebäuden bis zum Servicemanagement von Fuhrparks.

Zentrale Aufgabe im Betrieb

Die Instandhaltung von industriellen Anlagen hat wesentlichen Einfluss auf die Qualität der in ihnen produzierten Produkte. Vernachlässigte Maschinen, Behälter und Rohrleitungen können zu Produktionsausfällen und damit zu hohen Kosten führen. Instandhaltung ist deshalb eine zentrale betriebliche Aufgabe. Ingenieure für Service und Instandhaltung sorgen dafür, dass technische Anlagen in funktionstüchtigem Zustand bleiben. Damit eröffnen sich ihnen zahlreiche Arbeitsfelder: vom Anlagen-, Maschinen-, Geräte- und Werkzeugbau über die Automobilindustrie und Kunststofftechnik zur Gebäudeverwaltung und zum Verkehrsbetrieb, um nur einige Einsatzgebiete zu nennen. Dabei können die Ingenieure als Mitarbeiter im Betrieb tätig sein oder ihre Serviceleistungen als Dienstleistung anbieten. Auch die Hersteller von technischen Einrichtungen bieten Instandhaltung häufig als Teil ihres Produktservices an.

Einsatz und Funktion technischer Anlagen sicherstellen

Um Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge und andere Einrichtungen instand zu halten, ist es nötig, sie regelmäßig zu pflegen und zu reinigen, Betriebsstoffe zu ergänzen und Verbrauchsmaterialien auszutauschen. Die Ingenieure planen und koordinieren diese Arbeiten und überwachen ihre Ausführung. Kommt es zu einer Unterbrechung, Störung oder einem Ausfall von technischen Einrichtungen, leiten sie die nötigen Maßnahmen ein. Dazu gehört, Fehler und Schäden zu identifizieren, Störungen zu beheben, z.B. durch Austauschen von schadhaften Teilen, und anschließend die Funktion der Anlagen zu prüfen.

Da technische Einrichtungen mit der Zeit abgenutzt werden, entwickeln die Ingenieure im Rahmen des Instandhaltungsmanagements Strategien, um Ausfälle und Störungen erst gar nicht entstehen zu lassen und Reparaturen durch vorbeugende Maßnahmen zu vermeiden. Sie diagnostizieren und analysieren den Zustand von Produktionsanlagen und sorgen so dafür, dass die Verschleißreserven der Bauteile optimal ausgenutzt und damit die Kosten für Ersatzteile reduziert werden. Diese Arbeiten organisieren sie möglichst effektiv und günstig, um sowohl die Instandhaltungskosten als auch die Betriebskosten möglichst gering zu halten. Dabei verbinden sie ingenieurwissenschaftliches Fachwissen mit betriebswirtschaftlichem Know-how und Organisationskompetenz.

Informations- und Erfahrungsaustausch

Aufgrund des hohen Stellenwertes der Instandhaltung in produzierenden Unternehmen, aber auch bei Dienstleistern, ist die Leitung der Instandhaltung in die Entscheidungsabläufe dieser Unternehmen eingebunden. Das betrifft die Arbeits- und Produktionsplanung, aber auch die Entscheidungen bei Neuanschaffungen von Maschinen und Fahrzeugen. Kooperation auf mehreren Ebenen ist also notwendig: Wer kennt die technischen Einrichtungen besser als ihre Bediener? Erfahrungen und Informationen von dieser Seite müssen bei Instandhaltungskonzepten berücksichtigt werden. Aber auch das Wissen und die Erfahrungen der Instandhalter und ihrer Leitung sind wertvolle Informationen für die Hersteller von Maschinen und Fahrzeugen, die eingefordert werden müssen. Schwachstellen der Maschinen werden festgestellt, Verschleißgrenzen gemessen und mithilfe der an den Prüf- und Messinstrumenten angeschlossenen EDV dokumentiert. Um unnötige Aufwände zu vermeiden, ist der Maschinenhersteller gefordert, auf die Belange der Instandhaltung schon in der Konstruktion einzugehen. In diesem Sinne ist natürlich auch die Maschinendokumentation ein Betätigungsfeld für eine sinnvolle Zusammenarbeit.

Vielfältige Aufgaben

Viele der Instandhaltungsarbeiten werden fremd vergeben, das heißt in Form einer Dienstleistung eingekauft. Aber gleichgültig, ob Eigen- oder Fremdinstandhaltung, die Aufgaben von Ingenieuren für Service und Instandhaltung fordern umfangreiches technisches Wissen ebenso wie Fähigkeiten im Management. Ziel ihrer Arbeit ist nicht nur den Istbestand der Anlagen aufrechtzuerhalten, sondern auch die Maschinenzuverlässigkeit zu erhöhen, den Energiebedarf zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Wer ein weiterführendes Studium absolviert hat, übernimmt häufig Führungspositionen und kann auch in Wissenschaft und Forschung tätig werden.

 

Aufgaben im Einzelnen

Wartung, Inspektion, Instandsetzung

  • technische Objekte warten: Anlagen und Maschinen pflegen und reinigen, Betriebsstoffe ergänzen, Verbrauchsmaterialien austauschen
  • Fehler und Schäden an technischen Objekten identifizieren, Schäden durch Reparatur oder Austausch beheben und anschließend die Funktion prüfen
  • Technische Objekte inspizieren: den Zustand feststellen und beurteilen hinsichtlich Verschleiß, Ermüdung, Alterung, Korrosion; ggf. korrektive Maßnahmen ergreifen

Konzepterstellung und Organisation

  • Qualitäts- und Servicemanagementkonzepte für technische Anlage und Systeme erstellen
  • Verbesserte Servicepläne anhand der analysierten Störungen entwickeln
  • Im Rahmen des Facility Managements Instandhaltung der Betriebsgebäude koordinieren
  • Fuhrpark verwalten, Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge sicherstellen

Betriebswirtschaftliche Aufgaben

  • Maßnahmen zur Instandhaltung kalkulieren und in die betriebswirtschaftlichen Berechnungen der Produktionskosten aufnehmen
  • Zusammen mit der Produktionsleitung die Arbeits- und Produktionsplanung festlegen, über die Neuanschaffung von Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen mitentscheiden
  • Technische Investitionen nach wirtschaftlichen Aspekten prüfen und vergleichen

Wissenschaft und Forschung (in der Regel mit weiterführendem Studienabschluss)

  • Bestehende Konzepte zur Instandhaltung technischer Anlagen und Systeme weiterentwickeln und neuartige Möglichkeiten erarbeiten

 

Arbeitsbereiche/Branchen

Sie sind in den unterschiedlichsten Branchen tätig: Ingenieure für Service und Instandhaltung arbeiten beispielsweise in Maschinenbaubetrieben, bei Chemieunternehmen, bei Firmen, die sich auf Gebäudetechnik und Immobilienüberwachung spezialisiert haben, bei Stadtwerken und Versorgungsunternehmen, bei Baufirmen und Verkehrsbetrieben.