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Aufgaben und Tätigkeiten

Worum geht es?

Ingenieure für Sicherheitstechnik untersuchen Sicherheitsrisiken und Gefahrenquellen, z.B. im Rahmen von Brandschutz oder Arbeitssicherheit. Sie verfassen Stellungnahmen über Maßnahmen und Verfahren, mit deren Hilfe Störfälle vermieden werden können, und beraten Entwickler, Hersteller und Anwender von technischen Geräten und Anlagen in Bezug auf sicherheitstechnische Aspekte.

Vermeidung von Sicherheitsrisiken

Jede Technologie, jedes Verfahren und die Verwendung verschiedener Werkstoffe erfordern eine technische Analyse und Beurteilung aller denkbaren Gefahrenquellen, Risiken und Störfälle. Dies bezieht sich zum einen auf die technologischen Gegebenheiten und Arbeitsabläufe, aber zum anderen auch auf Aufgaben im Bereich der Arbeitsplatzgestaltung und der Schulung der betroffenen Mitarbeiter. Sicherheitsnormen und -standards beschreiben die sicherheitstechnischen Mindestvoraussetzungen z.B. von Produktionsprozessen und -verfahren, deren Einhaltung eine möglichst gefahrlose Vorgehensweise garantiert. Dafür prüfen Ingenieure für Sicherheitstechnik alle Details und Zwischenschritte bei der Planung, Entwicklung und Installation von neuen technologischen Verfahren, vor allem auch unter sicherheitstechnischen Gesichtspunkten.

Zum einen dürfen vom jeweiligen Produkt keine Risiken für die späteren Benutzer ausgehen, zum anderen müssen alle Gefahren für die produzierenden Fachkräfte verhindert werden, um beispielsweise Berufskrankheiten zu vermeiden. Mit Schulungen sowie Hinweisen auf Gebrauchs- und Betriebsanleitungen stellen Ingenieure für Sicherheitstechnik dabei sicher, dass die Produkte und Technologien von dem entsprechenden Personal sachgerecht eingerichtet, bedient und programmiert werden.

Arbeits- und Umweltschutz

Ingenieure für Sicherheitstechnik besitzen ein breites Fachwissen in den Bereichen Sicherheitstechnik, Brandschutz, Arbeitsschutz, Umweltschutz und Qualitätsingenieurwesen. Daher sind sie die geeigneten Fachleute, um sich mit allen möglichen und tatsächlichen Risiken zu beschäftigen, die sowohl für den Menschen als auch für die Umwelt beim Einsatz von Technik entstehen können. Die Ingenieure analysieren, wie und wodurch diese Risiken entstehen, und entwickeln anschließend wirksame Maßnahmen und Methoden, um sie zu verhindern. Sie tragen damit aktiv zur Unfallverhütung und Verbesserung der Sicherheit bei. Dabei erarbeiten sie nicht nur geeignete Wege, um Personenschäden zu vermeiden, sondern auch um Produkt-, Sach- und Umweltschäden zu minimieren. Gefahren- und Risikoquellen können dabei chemischer oder physikalischer Natur sein, beispielsweise alle Formen der Luftverunreinigung, Strahlenbelastungen, Belästigung durch Lärm oder toxische Stoffe.

Leider lassen sich Unfälle bei technologischen Prozessen und Verfahren nicht gänzlich ausschließen. Alle Vorkommnisse, ihre Entstehung sowie die Umsetzung neuer Sicherheitskonzepte und -strategien werden dokumentiert und ihre Ergebnisse in den laufenden Prozess integriert. Ingenieure für Sicherheitstechnik sind auch im Bereich des vorbeugenden, baulichen und abwehrenden Brandschutzes tätig und verhindern damit schwere oder tödliche Unfälle durch Feuer, Rauch oder Explosionen. Die Erfüllung von Anzeige- und Auskunftspflichten des Unternehmens sowie die Betreuung und Beratung von Unfallerkrankten gehören ebenso zu den Aufgaben von Sicherheitsingenieuren.

Vielfältige Einsatz- und Aufgabenbereiche

Ingenieure für Sicherheitstechnik sind in allen Bereichen der Wirtschaft tätig, nicht nur im produzierenden Gewerbe, sondern beispielsweise auch in den Bereichen der Transport- und Lagertechnik, der Energiewirtschaft, bei technischen Überwachungsorganisationen, Berufsgenossenschaften oder bei Versicherungen sowie in der Verwaltung, wie z.B. Gewerbeaufsichtsämtern. Ein weiteres, sehr attraktives Betätigungsfeld ist die meist selbstständige Tätigkeit als Sachverständiger, als Berater oder Gutachter für Unternehmen. Wer ein Master- oder Diplomstudium absolviert hat, übernimmt häufig Führungspositionen und kann auch in Wissenschaft und Forschung tätig werden.

 

Arbeitsbereiche/Branchen

Sie arbeiten in Betrieben und Unternehmen aller Branchen, vor allem der erzeugenden, verarbeitenden und anwendenden Industrie, im Handel, Transport und Verkehr, aber auch in öffentlichen Verwaltungen und in der Forschung.

 

Arbeitsorte

Sie sind meist in Büroräumen, zum Teil auch in Produktionshallen und Schulungsräumen tätig. Bei einer Beschäftigung in der Beratung oder als Sachverständige sind sie auch im Außendienst an wechselnden Arbeitsorten, z.B. bei Kunden oder auf Fachmessen tätig. In manchen Betrieben arbeiten sie ggf. zeitweilig im Ausland.

 

Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel

Im Mittelpunkt der Arbeit von Ingenieuren für Sicherheitstechnik stehen in der Regel die Kontrolle und Überwachung von Produktions- und Fertigungsprozessen unter Berücksichtigung sicherheitstechnischer Normen und Standards. Sie wirken aber auch bei deren Planung, Steuerung und Optimierung mit. Dabei beschäftigen sich Ingenieure für Sicherheitstechnik mit den herzustellenden Erzeugnissen, den anzuwendenden Bearbeitungsverfahren und den betrieblichen Fertigungsanlagen. Auch die Betriebseinrichtungen, die der Produktion dienen, gehören zu ihren Arbeitsgegenständen, jedoch sind sie nicht selbst an den Anlagen tätig.

Ingenieure für Sicherheitstechnik arbeiten meist an computerunterstützten Arbeitsplätzen, wo sie mithilfe verschiedener Softwareprogramme beispielsweise Produktions- und Fertigungsprozesse analysieren. Der Computer spielt nicht nur in den Bereichen Analyse und Dokumentation eine tragende Rolle. Auch für die Kommunikation, z.B. innerhalb eines Projektteams, hat er große Bedeutung: Seien es nun E-Mails, über die sich die Teammitglieder verständigen können, Projektlaufwerke im Intranet, in die gemeinsame Daten eingestellt werden, oder aber Videokonferenzschaltungen, mit denen auch die Einbindung externer Projektmitglieder möglich wird. Grundlage der Arbeit von Sicherheitsingenieuren sind technische Unterlagen wie z.B. Unfallverhütungsvorschriften, Arbeitsschutzgesetze, Sicherheitsvorschriften und Betriebsanleitungen. Aber auch Skizzen, Konstruktionszeichnungen, Leistungsverzeichnisse, Maschineneinsatzpläne, Qualitätsrichtlinien, betriebliche Kennzahlen, Normen und technische Regelwerke gehören dazu.