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Arbeitsbedingungen
Sicherheit für Mensch, Produkt und Umwelt
Ingenieure für Sicherheitstechnik arbeiten meist in größeren Betrieben der unterschiedlichsten Industrien sowie in Verwaltungen, Ingenieurbüros und Forschungsinstituten. Auch als Sachverständige und in der Sicherheitsberatung sind sie tätig. Meist sind sie dabei im Rahmen einer Fünf-Tage-Woche eingebunden, teilweise auch in Schichtarbeit. Mit Rufbereitschaft muss in manchen Betrieben ebenfalls gerechnet werden, um bei Zwischenfällen schnell am Unfallort zu sein. Bei Außendiensttätigkeiten, z.B. in der Sicherheitsberatung, kann man nicht immer mit einer geregelten Arbeitszeit rechnen. Ingenieure für Sicherheitstechnik haben vielfältige Kontakte zu Behörden, Versicherungen und Presseorganen.
Projektentwicklung und Entscheidung
Einen großen Teil ihrer Arbeit, etwa in der Problemanalyse und Dokumentation, können sie allein erledigen. Bei anderen Vorhaben wie der Einführung von neuen Maschinen oder Produktionslinien sind sie häufig bereits zu Beginn in ein Projektteam eingebunden, um die Einhaltung der sicherheitstechnischen Belange durchzusetzen. In solch einem Team treffen sowohl Spezialisten aus technischen Disziplinen als auch betriebswirtschaftlich orientierte Experten von der Logistik bis hin zur Kostenrechnung zusammen, die nicht alle notwendigerweise am selben Standort beschäftigt sind.
Mit Videokonferenzen überwinden sie Entfernungen, auch über Länder- und Sprachgrenzen hinweg. Häufig wird dann Englisch gesprochen. Als Teamleiter achten Ingenieure darauf, dass der meist enge Terminplan eingehalten wird; sie motivieren und koordinieren die Mitarbeiter und berücksichtigen die Vorgaben der Geschäftsleitung und der Kunden. Ihre Teamlösung präsentieren Ingenieure für Sicherheitstechnik ihren Vorgesetzten oder Kunden, die letztendlich über die Realisierung entscheiden.
Im Betrieb
Ingenieure für Sicherheitstechnik müssen in ihrem Verantwortungsbereich jeden Arbeitsplatz, jedes Produktionsverfahren und jedes Produkt kennen und "frei von Gefahren" halten. Gefährdungspotenziale zu erkennen, setzt analytische Fähigkeiten und Erfahrung voraus - sie zu minimieren, erfordert ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse. Den Beschäftigten die Sicherheitsvorschriften zu vermitteln, deren Einhaltung zu prüfen und zu gewährleisten, benötigt Motivations- und Durchsetzungsfähigkeit. Dennoch ereignen sich immer wieder Unfälle. Sie zu analysieren, zu dokumentieren und zu melden, gehört auch zu den Pflichten von Sicherheitsingenieuren. Die Betreuung und Beratung der Geschädigten zählt ebenso zu ihren Aufgaben. Selbstkritisch überprüfen sie nach solchen Ereignissen ihr Sicherheitskonzept und suchen nach Verbesserungen.
Zu Hause und unterwegs
Als Sachverständige und in der Sicherheitsberatung sind Ingenieure für Sicherheitstechnik häufig unterwegs. Im Büro der Firma oder auch in ihrem Home Office bereiten sie sich vor, fertigen Präsentationen an und stellen Konzeptbeschreibungen zusammen. Mit einem schnellen Internetanschluss können auch umfangreiche Informationen mit der Zentrale und mit Kunden ausgetauscht werden.
Arbeitsbedingungen im Einzelnen
- Bildschirmarbeit (z.B. mithilfe verschiedener Softwareprogramme Produktions- und Fertigungsprozesse analysieren)
- Arbeit in Büroräumen
- Wechselnde Arbeitsorte (bei einer Beschäftigung in der Beratung oder als Sachverständiger: Außendienst, z.B. bei Kunden oder auf Fachmessen)
- Beachtung vielfältiger Vorschriften und gesetzlicher Vorgaben (z.B. Unfallverhütungsvorschriften, Arbeitsschutzgesetze, Sicherheitsvorschriften und Betriebsanleitungen)
- Gruppen-, Teamarbeit (z.B. bei der Einführung von neuen Maschinen oder Produktionslinien Einbindung in ein Projektteam)
- Kundenkontakt (z.B. vielfältige Kontakte zu Behörden, Versicherungen und Presseorganen)
- Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft (in manchen Betrieben Rufbereitschaft)
- Schichtarbeit (je nach Tätigkeitsbereich teilweise auch Schichtarbeit)
Tätigkeitsbezeichnungen
- Brandschutzingenieur/in
- Sicherheitsingenieur/in
- Überwachungsingenieur/in
- Control systems engineer (m/f)
- Safety engineer (m/f)
- Security engineer (m/f)
Zugang zur Tätigkeit
Für die Tätigkeit als Ingenieur für Sicherheitstechnik wird üblicherweise ein abgeschlossenes Studium im Bereich Sicherheitstechnik erwartet, je nach Aufgabenfeld mit Bachelor- oder Masterabschluss bzw. mit Diplomabschluss einer Hochschule oder Berufsakademie. Führungspositionen, spezialisierte Aufgabenstellungen oder Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung erfordern meist im Anschluss an den Bachelorstudiengang ein Masterstudium, ggf. auch die Promotion.
Spezialisierungsformen
Ingenieure der Sicherheitstechnik spezialisieren sich vor allem auf die Gebiete Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Brandschutz oder Werkschutz. Sie übernehmen Führungs- und Fachaufgaben auch in der Planung und Konstruktion sowie der Bauausführung und Projektsteuerung kompletter Brandmelde- und Gaslöschanlagen, Zutrittssysteme oder Videolösungen. Auch in der Erstellung von Konzepten für den Umgang mit Störfällen, im Gefahrstoffmanagement, im Umweltschutz oder im Qualitätsmanagement finden sie Spezialisierungsmöglichkeiten. In der Aus- und Weiterbildung oder als Sachverständige können sie ebenfalls tätig werden. Ein Master- oder Diplomabschluss eröffnet ggf. weitere Möglichkeiten in Wissenschaft, Forschung und Lehre.






