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Die viertgrößte Industriebranche in Deutschland

Die Chemieindustrie ist nach dem Fahrzeugbau, dem Maschinenbau und der Elektronik der viertgrößte Industriezweig in Deutschland. Der Anteil der chemischen Industrie am Umsatz des verarbeitenden Gewerbes liegt bei 10 Prozent. Die Branche besteht überwiegend aus mittelständischen Unternehmen. Diese sind wichtige Träger der deutschen chemischen Industrie und erwirtschaften mehr als ein Viertel des Umsatzes der deutschen chemischen Industrie. Über 90 Prozent der 2.000 deutschen Chemieunternehmen beschäftigen weniger als 500 Mitarbeiter. In den mittelständischen Unternehmen sind ein Drittel der Chemiearbeitnehmer beschäftigt. Im Jahr 2007 beschäftigte die deutsche Chemieindustrie insgesamt 437.300 Menschen. Zusätzliche 380.000 Arbeitsplätze entstehen durch die Nachfrage von Unternehmen der Chemieindustrie bei Zulieferern und noch einmal 200.000 durch die Nachfrage nach Konsumgütern.

Die Chemieindustrie trägt stets dazu bei, die Spitzenstellung Deutschland als Exportweltmeister zu sichern und auszubauen. Im Jahr 2007 hat die deutsche Chemieindustrie Produkte im Wert von beinahe 130 Milliarden Euro exportiert. Der Export übertraf die Importe um mehr als 35 Milliarden Euro. Der Umsatz der deutschen Chemieunternehmen, der im Ausland generiert wird, übersteigt den Inlandsumsatz um 16 Milliarden Euro. Die Chemieindustrie produziert zum einen Vorprodukte wie z.B. Kunststoffe oder Lacke, die in anderen industriellen Erzeugnissen Anwendung finden. Zum anderen stellt sie auch Pharmazeutika, Wasch- und Körperpflegemittel, die den Konsumenten direkt zur Verfügung stehen her. Automobil Jobs   Jobs chemische Industrie Deutsche Chemieunternehmen sind auf dem Weltmarkt präsent, sowohl durch den Export als auch durch ausländische Direktinvestitionen. Die ausländischen Tochterunternehmen der deutschen chemischen Industrie erwirtschaften mit 131 Milliarden Euro indessen fast ähnlich hohe Umsätze wie die Betriebe in Deutschland. Die wichtigsten Standorte außerhalb von Deutschland sind die europäische Union und die USA, doch auch die Bedeutung von Asien steigt immer mehr.

 

Innovationsmotor

Deutsche Chemieunternehmen sind als wichtigste Lieferanten von forschungsintensiven Vorprodukten und Materialen für andere Industriezweige der treibender Innovationsmotor der deutschen Industrie. Die Chemieindustrie investiert in Forschung und Entwicklung so viel wie keine andere Branche. Etwa 9 Prozent der Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung der deutschen Wirtschaft entfallen auf die Chemieindustrie. Im Jahr 2006 sind mehr als 4,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung bereitgestellt worden. Das Innovationssystem in Deutschland profitiert von der hohen Innovationsausrichtung der deutschen Chemieindustrie, denn 15 Prozent der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in der Chemieindustrie der OECD-Länder entfallen auf Deutschland. Im letzten Jahr hat die Chemieindustrie als Innovationsmotor etwas nachgelassen. Die positive Dynamik im Bereich Innovation, Forschung und Entwicklung hat sich zunächst verlangsamt.

 

Wirtschaftsentwicklungen im Jahr 2008

Der Gesamtumsatz der deutschen chemischen Industrie ist im Jahr 2008 allein aufgrund der gestiegenen Preise um 3 Prozent auf 178,8 Milliarden Euro angewachsen. Das Auslandsgeschäft ist um3 Prozent auf 97,9 Milliarden Euro gestiegen und Umsatz in Deutschland hat sich um 2,5 Prozent auf 80,9 Milliarden Euro erhöht. Trotz des schwierigen Wirtschaftsumfeldes hat die deutsche Chemieindustrie im Jahr 2008 etwa 6,8 Milliarden Euro verstärkt in neuen Anlagen investiert. Dies entspricht 5 Prozent mehr als im Jahr 2007.

Durch die derzeit noch starke Nachfrage nach Chemikalien aus „Newly Industrialized Countries“ und nach Pharmazeutika hat sich das Exportgeschäft trotz einer globalen Weltwirtschaftskrise als eine gewichtige Stärke der Chemieindustrie erwiesen. Die Exporte, die Auslandsumsätze der Unternehmen, Re-Exporte und Chemieexporte von anderen Wirtschaftszweigen umfassen, sind im Jahr 2008 um 8 Prozent auf 140,1 Milliarden Euro gestiegen. Die Importe sind im Vergleich zum Jahr 2007 um 4 Prozent auf 97,7 Milliarden Euro angestiegen. Im Jahr 2008 ist die Beschäftigtenzahl ziemlich stabil geblieben. Etwa 438.500 Personen waren im vergangen Jahr in der deutschen Chemieindustrie beschäftigt. Dies entspricht 0,5 Prozent weniger als im Jahr 2007.

 

Im Jahr 2009 Stagnation erwartet

Die derzeitige Finanzkrise und die weltweite Konjunkturschwäche haben auch in der Chemieindustrie eindeutige Spuren hinterlassen. Unternehmen stellen sich zunehmend auf eine Rezession ein. Im zweiten Halbjahr des Jahres 2008 ist die Nachfrage insbesondere von den Fahrzeugherstellern und der Bauwirtschaft immer schwächer geworden. Das Ergebnis ist eine rückläufige Entwicklung der Chemieproduktion seit dem zweiten Quartal. Einzelne Produktionsanlagen sind sogar gestoppt worden. Die deutsche Chemieindustrie konnte im Gesamtjahr 2008 keinen Zuwachs verzeichnen. Es wird befürchtet, dass Unternehmen ihre Produktionsanlagen am Anfang des Jahres 2009 weiterhin zurückfahren werden. Nach vier Jahren, die von starken Wachstumsraten geprägt waren, erwartet man in der Branche im Jahr 2009 einen Produktionsrückgang von 1 Prozent. Der einzige Bereich, der noch stabil ist, scheint die vorwiegend konjunkturunabhängige Pharmasparte zu sein. (Quelle: Verband der Chemischen Industrie e.V., www.vci.de)



Weitere Infos zum Thema Chemie:



Unternehmen, u.a.:

 

Unternehmen der Chemieindustrie stellen folgende Vor-, Zwischen- und Nachprodukte her:

  • Hersteller von Industriegasen
  • sonstige anorganische Grundstoffen und Chemikalien
  • Farbstoffe und Pigmente
  • sonstige organische Grundstoffe und Chemikalien
  • Düngemittel und Stickstoffverbindungen
  • synthetischer Kautschuk in Primärformen
  • Pharmazeutische Grundstoffe
  • Kunststoff in Primärformen
  • Chemiefasern
  • Anstrichmittel, Druckfarben und Kitten
  • Schädlingsbekämpfungs-, Pflanzenschutz- und Desinfektionsmittel
  • pharmazeutische Erzeugnisse
  • Seifen-, Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegemittel
  • Pyrotechnische Erzeugnisse
  • Sonstigen chemische Erzeugnisse
  • Klebstoffe und Gelatine
  • Unbespielte Ton-, Bild-, Datenträger
  • Fotochemische Erzeugnisse

 

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