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Kern der deutschen Investitionsgüterindustrie

Der Maschinen- und Anlagenbau, Kern der Investitionsgüterindustrie, ist als Lieferant von komplexen Produkten für alle Industriezweige und Bezieher technologisch anspruchsvoller Vorlieferungen im Mittelpunkt der industriellen Leistungsfähigkeit von Deutschland. Der Maschinenbau ist sehr stark mittelständisch geprägt. 88 Prozent der knapp 6.000 Unternehmen haben weniger als 250 Beschäftigte (70 Prozent weniger als 100 Beschäftigte; Branchendurchschnitt rund 150 Beschäftigte). Er ist mit etwa 914.000 Mitarbeitern der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland (Stand 2007: Das entspricht einer Steigerung zu 2006 um 4,7 Prozent). Die Branche ist mit einer Exportquote von 75,4 Prozent führende Exportbranche. Europa ist mit einem Anteil von etwa 61 Prozent der wichtigste Markt für deutsche Maschinen. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, www.bmwi.de)

 

Größte Branche nach Zahl der Unternehmen und Beschäftigten

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat sowohl quantitativ und qualitativ eine Schlüsselstellung in der deutschen Industrie- und Wirtschaftslandschaft. Er gehört zu den fünf wichtigsten Branchen in Deutschland. Betrachtet man die oben genannte Zahl der Unternehmen und der Beschäftigten ist der Maschinen- und Anlagenbau die größte Branche Deutschlands gefolgt von der Elektrotechnik und dem Straßenfahrzeugbau. Während einer der wesentlichern Merkmale des Straßenfahrzeugbaus  und der Elektrotechnik die Großserienfertigung, wird der Maschinenbau von Einzel- bzw. Kleinserienfertigung geprägt.

Mittelstand dominiert

Der Maschinenbau ist überwiegend von mittelständische Betriebs- und Entscheidungsstrukturen geprägt. Etwa 88 Prozent der Unternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter, lediglich 2 Prozent beschäftigen mehr als 1000 Mitarbeiter. In über zwei Drittel der Unternehmen sind sogar weniger als 100 Mitarbeiter beschäftigt. Dies entspricht folgenden Unternehmensgrößenklassen nach der Zahl der Beschäftigten (Stand 2005): 42,6 Prozent beschäftigten weniger als 50 Mitarbeiter, 26,1 Prozent 50 bis 99 Mitarbeiter, 19,6 Prozent 100 bis 249 Mitarbeiter, 7,2 Prozent 250 bis 499 Mitarbeiter, 2,7 Prozent 500 bis 999 Mitarbeiter und 1,9 Prozent 1000 und mehr Mitarbeiter. Zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen haben auf ihren Spezialgebieten weltweit eine führende Stellung.

Umsatz und Produktion

Im Jahr 2007 erreichte der Maschinenbau einen Umsatz von 189,5 Milliarden Euro. Die Produktion stieg real um 10,8 Prozent auf 18 Milliarden Euro. Im Umsatz konnten 2007 32 von 34 Fachzweigen des Maschinen- und Anlagenbaus gegenüber 2006 zulegen, zwei Fachzweige mussten Umsatzeinbußen hinnehmen. Für 2008 wurde auch für fast alle Fachzweige eine Umsatzsteigerung prognostiziert. Die Kapazitätsauslastung lag im Dezember 2007 bei 92,1 Prozent (im Vorjahr 91,7 Prozent). . Der Pro-Kopf-Umsatz betrug 207,4 Tausend Euro (im Vorjahr 191,1 Tausend Euro). Für 5,1 Milliarden Euro wurden Investitionen durchgeführt.

Exportorientierung

Das Geschäft des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus wird durch seine stark ausgeprägte Exportorientierung bestimmt. Die Exportquote der Branche liegt bei 75 Prozent. Der Maschinenhandelsüberschuss, d.h. Export minus Import, lag im Jahr 2007 bei 86 Milliarden Euro. Durch die steigende internationale Verflechtung nimmt der Bestand der ausländischen Direktinvestitionen des Maschinenbaus und umgekehrt der Bestand von ausländischen Investitionen in den deutschen Maschinenbau zu. Die Branche hat einen Welthandelsanteil von mehr als 19 Prozent und ist somit weltweit führender Anbieter von Maschinen, vor den USA mit 12,7 Prozent und Japan mit 11,8 Prozent. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist in 18 von 32 international vergleichbaren Fachzweigen Weltmarktführer.

Innovation

Der Maschinenbau bringt modernste Technologien zur Anwendung. Seine innovativen Erzeugnisse und Dienstleistungen sorgen für die Sicherung der  Wettbewerbsfähigkeit der Branchenkunden. Etwa ein Drittel der Umsätze des Maschinenbaus wurden im Jahr 2006 mit neuen oder eindeutig verbesserten Produkten erwirtschaftet. Im Jahr 2006 haben nahezu drei Viertel der Unternehmen geringstenfalls eine Produktinnovation, eine Prozessinnovation oder beides eingeführt. Im Jahr 2006 lagen die Innovationsaufwendungen des Maschinenbaus bei dem historischen Wert von 10,7 Milliarden Euro.

Unter dem Begriff Innovation werden dabei nicht nur F & E, sondern auch Konstruktion, Weiterbildung, Marketing, Produktgestaltung, Dienstleistungskonzeption und Vertrieb in Verknüpfung mit neuen und erheblich verbesserten Produkten und Prozessen aufgefasst. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen bei 4,7 Milliarden Euro. Solch eine Differenz ist ein Zeichen für die Wichtigkeit der Aufwendungen im Bereich Entwicklung und Konstruktion, die erforderlich sind, um ein neues Produkt zur Marktreife zu bringen. Im Jahr 2006 sind die Gesamtaufwendungen des Maschinenbaus für Forschung und Entwicklung wieder gestiegen. Nach Unternehmensplanungen bzw. -prognosen erwartete man für die Jahre 2007 und 2008 weitere Zuwächse. Für das Jahr 2008 rechnete man bei den Innovationsaufwendungen sogar mit über 12 Milliarden Euro.

(Quelle: Verband Deutsche Maschinen- und Anlagenbau e.V., www.vdma.de)

Branchendaten, Quelle: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., www.vdma.de

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Das Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. rechnete in Anbetracht des nachhaltigen Booms im Maschinen- und Anlagenbau für 2008 mit einem Zuwachs der Produktion von 5 Prozent. Eine so lebhafte Wachstumsphase wie in den letzten fünf Jahren gab es seit über 40 Jahren nicht mehr. Die Beschäftigungsplanungen der Unternehmen werden weiterhin zunehmen. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, www.bmwi.de)

 

 

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