>>> zurück zu Maschinen- und Anlagenbau

 

Zum Verband Deutscher Maschinen- und Analgenbau (VDMA) gehören folgende Teilbranchen:

Abfall- und Recyclingtechnik

Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz führt die Abfallvermeidung als oberstes Ziel an und fordert für die Abfallentsorgung, dass sie so umweltverträglich wie möglich durchzuführen ist. Trotz der Vermeidungs- und Verwertungsanstrengungen wird es auch in Zukunft eine bestimmte Menge an Restabfall geben, die umweltverträglich behandelt werden muss. Die dafür eingesetzten Verfahren müssen das im Restabfall enthaltene Schadstoffpotenzial so reduzieren, dass Teilströme verwertet oder schadlos beseitigt werden können. Hierzu stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Die Anbieter von Verfahren und Anlagen aus dem Bereich der Abfall- und Recyclingtechnik beschäftigen sich mit der umweltfreundlichen Entsorgung von Abfällen sowie der Aufbereitung von Abfällen zur Verwertung bzw. zum Recycling. Mit Inkrafttreten der Abfall-Ablagerungsverordnung ist die Deponierung von unbehandelten Abfällen aus Haushalten und Gewerbe ab dem 1. Juni 2005 in Deutschland nicht mehr möglich.

Es sind vielmehr Entsorgungskonzepte gefragt, die den Anteil des zu deponierenden Abfalls möglichst konsequent reduzieren. Neben der Abfallverbrennung ist auch die mechanisch-biologische Abfallbehandlung ein möglicher Behandlungsweg für diesen Abfallstrom. Aufgrund der strikten gesetzlichen Anforderungen für diese Anlagen bieten beide Entsorgungswege eine Abfallbehandlung auf hohem technischem Niveau. Darüber hinaus werden jedoch auch für andere Abfälle Verfahren angeboten. So können beispielsweise biologische Abfallstoffe mit aeroben Verfahren kompostiert werden oder mit Hilfe der anaeroben Vergärung entsorgt werden. Für den Bereich der produktionsspezifischen Abfälle existieren ebenfalls viele verschiedene Aufbereitungs- und Verwertungsvarianten.

Allgemeine Lufttechnik

Mit ihrer Wirtschaftsleistung zählt die Allgemeine Lufttechnik zu den bedeutendsten Maschinenbaubranchen. Ihre Anbieter repräsentieren 6 Prozent (für 2007) des Produktionsvolumens des gesamten Maschinen- und Anlagenbaus und stehen damit auf Rang 4 der knapp 40 VDMA-Fachverbände. Technische Lüftung, das Bewegen von Luft dürfte zu den am häufigsten genutzten maschinellen Maßnahmen technisierter Gesellschaften gehören. So kommt das klassische Maschinenbauprodukt "Ventilator" in extremer Variantenvielfalt in nahezu allen industriellen Prozessen, in Infrastrukturpojekten, bei der Komfortklimatisierung und in einer Vielzahl von Geräten des täglichen Gebrauchs zum Einsatz. Aus den unterschiedlichen Anforderungen haben sich zwangsläufig hoch spezialisierte Anwenderbranchen entwickelt. In diesem Wirtschaftszweig waren im Jahr 2007 ca. 59.000 Menschern beschäftigt und man hat einen Produktionswert von rund 11,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Antriebstechnik

Mit dem Begriff Antriebstechnik bezeichnet man die technische Disziplin, welche sich allgemein mit technischen Systemen zur Erzeugung von Bewegung durch Kraftübertragung beschäftigt. Die Branche erreichte 2007 mit 17,8 Milliarden Euro Umsatz ein neues Rekordergebnis. Der deutsche Anteil am weltweiten Umsatz in der Antriebstechnik liegt damit weiterhin bei über 26 Prozent. Trotz der schwieriger werdenden Rahmenbedingungen zeigt sich die deutsche Antriebstechnik als eine leistungsstarke und wettbewerbsfähige Branche, die für die Zukunft gut gerüstet ist.

Armaturen

Die deutsche Armaturenindustrie ist mit einem Produktionsvolumen von rund 7,2 Milliarden Euro und gut 40.000 Beschäftigten einer der bedeutendsten Fachzweige des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Kaum ein Industriezweig ist so mit der gesamten Wirtschaft verbunden wie die Armaturenindustrie. Sein Fabrikationsprogramm reicht vom einfachen Wasserhahn bis zum hochwertigen Regler, und das Anwendungsgebiet erstreckt sich auf die unterschiedlichsten Medien, Temperaturen, Drücke und Aggregatzustände. Armaturen übernehmen hier die Schlüsselfunktion des Absperrens, Steuerns, Regelns und Sicherns. Sie sind damit entscheidende Faktoren für Sicherheit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit.

Aufzüge und Fahrtreppen

Die Aufzugsindustrie ist im Wesentlichen (ca. 80 Prozent der Auftragseingänge für Neuanlagen) im Fachverband Aufzüge und Fahrtreppen des VDMA organisiert. Der Jahresumsatz (Inland) dieser Branche beträgt ungefähr 1,6 Milliarden Euro. Es gibt insgesamt rund 650.000 installierte Anlagen für Personenbeförderung in Deutschland und ca. 15.000 Fahrtreppen. Die Struktur der deutschen Aufzugsindustrie ist dadurch geprägt, dass neben einem breiten Mittelstand nur vier Unternehmen zu den internationalen Konzernen gehören. Das sind auch gleichzeitig die Firmen, die im Fahrtreppengeschäft tätig sind. Der Gesamtmarktanteil für Neuanlagen dieser BIG 4, das sind die Firmen Schindler, Thyssen, Otis und Kone, beträgt ca. 60 Prozent. Der Aufzugs-Mittelstand hat entsprechend ebenfalls einen Marktanteil von ca. 40 Prozent bei Neuanlagen. Diese Zahlen sind Hochrechnungen des Fachverbands auf der Basis von Umfragen für die Gesamtbranche.

Automation und Management für Haus und Gebäude

Hausautomation umfasst die Automatisierung von Wohnbauten und kleineren Zweckbauten. Bislang dominierte auch hier die Heizungsregelung. Technologischer Fortschritt und Kommunikationsstandards lassen einen neuen Markt entstehen, der weit über die bisherige Heizungsregelung hinausgeht und die Automatisierung in allen Hausbereichen, wie z.B. Wohnungslüftung, Beleuchtungsanlagen, Sonnenschutzsysteme und Einbruchmeldetechnik ermöglicht. Die hohen Investitionen für technische Einrichtungen moderner Großbauten sowie hohe Personalkosten bestimmen den Trend zur Gebäudeautomation. Diese hat die Aufgabe, die hochwertigen technischen Anlagen zu überwachen, zu regeln und zu optimieren mit dem Ziel, einen wirtschaftlichen und sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Auf diese Weise gelingt es, den Schutz von gebäudetechnischen Anlagen zu verbessern, ihre Lebensdauer zu steigern, sowie Kosten für Personal und Energie zu reduzieren. Gegenwärtig erwirtschaften die ca. 50 Anbieter von Automatisierungstechnik für die Technische Gebäudeausrüstung einschliesslich der zugehörigen Ingenieur-Dienstleistungen einen Umsatz von ca. 1,1 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei etwa 10.000. Hauptabnehmer sind private und öffentliche Gebäudebesitzer im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau wie Banken, Versicherungen, Bürobauten, Hotels, Krankenhäuser, Schulen etc.

Bau- und Baustoffmaschinen

Die Anforderungen an Maschinen, Mensch und Material nehmen ständig zu. Sie müssen einiges aushalten und dabei verlässlich sein, sowohl in extremer Hitze, im Eis am Polarkreis, auf 5.000 Meter Höhe, in Ballungsgebieten oder auf eher ungewohntem Terrain wie dem Wüstensand oder dem Meeresgrund. Technik Engineered in Germany ist weltweit gefragt wie nie zuvor. In 2007 haben die deutschen Unternehmen Bau- und Baustoffmaschinen im Wert von insgesamt 15,3 Milliarden Euro abgesetzt. Der Löwenanteil, nämlich 11,4 Milliarden Euro, entfiel davon auf internationale Märkte. Die Ausfuhren sind damit, im Vergleich zum Jahr davor, noch einmal um rund 30 Prozent gestiegen. Weltweit gesehen ist Deutschland somit der drittgrößte Ausrüster für Bau- und Baustoffmaschinen. Nur die USA und Japan liegen noch davor.

Bekleidungs- und Ledertechnik

Der Markt für technische Textilien befindet sich weiterhin auf Erfolgskurs. Mehr als die Hälfte der in Deutschland produzierten Chemiefasern, nämlich 58 Prozent, finden ihren Einsatz in technischen Textilien. Technische Textilien, die in den Zukunftsbereichen der Automobilindustrie, in der Medizin- oder der Baubranche eingesetzt werden, bestehen zu 99 Prozent aus leistungsfähigen Chemiefasern. Naturfasern sind für die Anwendungsgebiete weitgehend ungeeignet. Die Chemiefaserindustrie stellt daher als erstes Glied der textilen Kette ein unerlässlicher Partner in der Wertschöpfungskette für funktionelle technische textile Produkte dar.

Bergbaumaschinen

Die deutschen Hersteller von Bergbaumaschinen liefern weltweit Ausrüstung für die Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen. Die Palette der Rohstoffe reicht von Anthrazitkohle über Braunkohle bis zu Gold, Kupfererz oder Zink. Je nachdem, ob die Rohstoffe im Tiefbau oder überirdisch im Tagebau gewonnen und aufbereitet werden, bieten die über 100 Unternehmen maßgeschneiderte, modernste Technik an. Für die Gewinnung nicht-energetischer Rohstoffe (zum Beispiel Erze, Gold, Salz) bietet die deutsche Bergbaumaschinenindustrie ebenfalls die erforderliche Technik an: Lösungen für die untertägige (room and pillar) oder übertägige Gewinnung (drill and blast), den Transport und die Aufbereitung.

Druck- und Papiertechnik

Deutsche Unternehmen, die Druck- und Papierverarbeitungsmaschinen produzieren, sind weltweit sehr gut aufgestellt. Im Jahr 2007 lag der Export bei etwa 7 Milliarden Euro. Damit ist Deutschland immer noch der erfolgreichste Anbieter vor Japan, Schweiz und USA. In den ersten sieben Monaten 2008 erreichten die drei Teilbranchen folgende Ergebnisse: a) Papiertechnik AE -4 Prozent (Inland +2 Prozent, Ausland -7 Prozent) und Umsatz -16 Prozent (Inland +13 Prozent, Ausland -26 Prozent), sowie Auftragsbestand 11,2 Produktionsmonate, b) Papierverarbeitungsmaschinen AE -9 Prozent (Inland -7 Prozent, Ausland -9 Prozent) und Umsatz -5 Prozent (Inland -12 Prozent, Ausland -3 Prozent) sowie Auftragsbestand 5,0 Produktionsmonate, c) Druckereimaschinen AE -2 Prozent (Inland +12 Prozent, Ausland -5 Prozent) und Umsatz -14 Prozent (Inland -5 Prozent, Ausland -17 Prozent) sowie Auftragsbestand 4,8 Produktionsmonat. Die Boomzahlen des Maschinenbaus lassen sich weiterhin nicht auf die Branche übertragen. Für 2008 wird ein Produktionswachstums von etwa zwei Prozent erwartet. Die Auftragsreichweite für die gesamte Branche liegt mit 5,8 Produktionsmonaten im Durchschnitt des Maschinenbaus.

Feuerwehrtechnik

Die Mitglieder des Fachverbandes Feuerwehrtechnik exportieren Qualitätsprodukte in über 70 Länder der Erde mit steigender Tendenz. Die Produkte haben sich durch moderne Technik, fortschrittliche Konstruktion, umfassende Qualitätskontrollen und erstklassige Verarbeitung in der alltäglichen, harten Praxis der Feuerwehren bewährt. Das breit gefächerte Produktionsprogramm, das auf die Bedürfnisse der Feuerwehren zugeschnitten ist, gliedert sich in folgende Bereiche auf: Feuerwehrfahrzeuge, Wechsellader, Pumpen, Feuerwehrausrüstungen. Zur Erhaltung der Technologiekompetenz unternehmen die heimischen Wettbewerber erhebliche Anstrengungen, denn häufig heben sie sich gerade durch ihr technisches Know-How von Konkurrenten im Ausland ab. Die bedeutendsten Auslandsmärkte sind Brasilien, Türkei, Frankreich, Italien und Russland.

Fluidtechnik

Die Branche repräsentiert mit ca. 32.000 Beschäftigten und einem Umsatzvolumen von ca. 6,3 Milliarden Euro (Hydraulik 4,5 Milliarden Euro, Pneumatik 1,8 Milliarden Euro) im Jahre 2007 eine bedeutende Zuliefererindustrie innerhalb des Maschinen- und Anlagenbaus. Fluidtechnik-Produkte werden überall dort eingesetzt, wo sich etwas dreht und bewegt und eine hohe Leistungsdichte (Hydraulik) im Vordergrund steht oder eine typische Komponente in der Automatisierungstechnik gefragt ist (Pneumatik). In der Regel also dort, wo Drehmomente und Kräfte übertragen werden.

Fördertechnik und Logistiksysteme

Der Fachverband Fördertechnik und Logistiksysteme ist mit ca. 180 Mitgliedsfirmen, die ca. 59.500 Beschäftigte repräsentieren und einer Jahresproduktion in Höhe von ca. 13,4 Milliarden Euro pro Jahr (2007) erwirtschaften, der bedeutendste Fördertechnik-Fachverband Europas. Die Branche der Fördertechnik und Logistiksysteme ist, neben der Antriebstechnik-Branche, die zweitgrößte Fachbranche des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Gefolgt wird sie durch die Fachbranche des Werkzeugmaschinenbaus. Die im Fachverband Fördertechnik und Logistiksysteme zusammengeschlossenen Firmen stellen den größten Fördertechnik-Exporteur weltweit dar und liegen damit noch vor Japan und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Gießereimaschinen

Im Fachverband Giessereimaschinen haben sich rund 35 Hersteller von Gießereimaschinen zusammengeschlossen. Er repräsentiert damit über 80 Prozent des auf diesem Gebiet getätigten Branchenumsatzes. Der Fachverband Giessereimaschinen deckt folgende Bereiche ab: Schmelz- und Warmhalteöfen, Gießeinrichtungen, Kokillengießmaschinen, Modell- und Formenbau, Sandaufbereitung und Sandregenerierung, Formmaschinen, -anlagen, Kernherstellungsmaschinen, -anlagen, Ausleeren, Putzen, Rohgussnachbehandlung, Umweltschutz-Einrichtungen.

Glasmaschinen- und anlagen

Die 60 kleinen und mittelständischen Unternehmen des deutschen Glasmaschinenbaus, die Mitglied im VDMA sind, erwirtschafteten in 2007 einen Umsatz von 740 Millionen Euro. Sie beschäftigen rund 4.800 Mitarbeiter in Deutschland. Die Exportquote beträgt 79 Prozent. Der deutsche Glasmaschinenbau hat sich in hohem Maße auf den Sondermaschinenbau spezialisiert und bietet komplette Verfahrenstechnik an. Die deutschen Hersteller gehören zu den Innovationsführern der Branche. In vielen Bereichen sind sie sogar weltmarktführend. Domänen des deutschen Glasmaschinenbaus sind die Schmelztechnik, Formgebung von Behälter- und Wirtschaftsglas, Materialflusstechnik, Isolier- und Sicherheitsglastechnik, Schneid-, Schleif- und Poliertechnik sowie Prüf- und Inspektionstechnik.

(Quelle: Verband Deutscher Maschinen- und Analgenbau e.V., www.vdma.de)

 

>>> weiter zu Teilbranchen 2