Ingenieure für neue Innovationsimpulse gesucht

Unternehmen der deutschen Automobilindustrie suchen dringend Ingenieure. Von über 650.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ingenieuren in Deutschland sind 22,3 Prozent im Maschinen- und Fahrzeugbau tätig. Im Jahr 2007 gab es nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) 142.776 sozialversicherungspflichtige beschäftigte Maschinen- und Fahrzeugbauingenieure. Die Nachfrage an Ingenieuren diverser Fachrichtungen, die unter anderem für die Forschung und Entwicklung neuer Technologien gebraucht werden, bleibt trotzt derzeitiger Krise in der Automobilindustrie groß. Innovation bleibt für die deutsche Automobilindustrie das wichtigste Element, um sich im konstant steigenden internationalen Wettbewerb weiterhin durchzusetzen.

Die Branche lebt von der Innovationskraft ihrer hochqualifizierten Mitarbeiter. Die Automobilindustrie ist de facto eine Branche, die intensiv Forschung und Entwicklung betreibt. Zum einen geht es um die Entwicklung umweltschonender Technologien und Stoffe, zum anderen um die Entwicklung eines fortschrittlichsten Mobilitätsmanagements im Straßenverkehr, um die Verkehrsbedingungen für Autofahrer immer mehr zu verbessern. Um diese Entwicklungen durchzuführen, braucht die Automobilindustrie kluge Köpfe und erfinderische Mitarbeiter, welche Ideen markt- und kundenbezogen umsetzen. Laut Meinungen von Branchenexperten wird die Ingenieurnachfrage in der Branche vor allem aufgrund von notwendigen Innovationen im Bereich Umweltschutz, Reduzierung der Schadstoffemission, Bau von antriebsarmen PKW bzw. Elektroautos in den kommenden Jahren deutlich steigen. Während aufgrund sinkender Absatzzahlen die Arbeitsplätze in der Produktion reduziert werden, wird der Ingenieurbedarf zükunftig insbesondere in den Entwicklung- und Forschungsabteilungen steigen.

Die hervorragenden Wirtschaftzahlen für das 2007, die vom Verband der Deutschen Automobilindustrie veröffentlicht wurden, belegen, dass der Branchenzuwachs in starken wechselseitigen Beziehungen mit finanziellen Aufwendungen im Bereich Forschung und Entwicklung stehen. Jede neunte Stelle wird auch im Bereich Innovation geschaffen. Während die gesamte Zahl der Beschäftigten, sowohl bei den Fahrzeugherstellern als auch bei den Zulieferern sinkt und Stellen gestrichen werden, steigt die Ingenieurdichte in den Unternehmen der Automobilindustrie. Deutsche Automobilhersteller stehen gewaltig unter Druck. Sie werden gefordert, wirtschaftliche und umweltfreundliche Autos zu produzieren und anzubieten. Dafür braucht die deutsche Automobilindustrie Ingenieure mit speziellen Qualifikationen.

Die Zahl der Ingenieure mit speziellen branchenspezifischen Qualifikationen ist leider sehr gering. Die meisten Ingenieure verfügen über das übliche altbewährte Fahrzeugbauwissen und selten über fachübergreifendes Wissen, insbesondere in den Bereichen Informatik und Elektrotechnik. Absolventen der Ingenieurwissenschaften haben hervorragende Chancen auf einen schnellen Berufseinstieg. Doch aufgrund des rasanten Technologiewandels und der gestiegen Unternehmensanforderungen der Automobilindustrie, gibt es keine Garantie dafür. Absolventen oder Young Professionals, die während des Studiums Branchenpraktika absolviert haben und über interdisziplinäres Know-how verfügen, haben bessere Chancen.

Automobilindustrie: Beliebteste Branche der Ingenieure

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Universum gehören Fahrzeughersteller zu den beliebtesten Unternehmen von Absolventen und Nachwuchskräfte der Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und der Informatik. An erster Stelle befindet sich BMW Group, auf Platz drei Porsche noch vor Audi und auf Rang acht Daimler-Chrysler. Laut dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) verdienen Ingenieure im Fahrzeugbau am meisten. Das Einstiegsgehalt liegt im Durchschnitt bei 41. 876 Euro und ein Projektmanager verdient über 60.000 Euro im Jahr. Doch wer nach dem Studium einen Job in der Automobilindustrie anstrebt, muss Eigenschaften vorweisen können, die für die Automobilbranche eine unabdingbare Voraussetzungen sind: Weitsichtigkeit, flexibles, mobiles ausgerichtetes Denken und Handeln, die Bereitschaft, sich auf rasant wandelnde Anforderungen schnell einzustellen und den Willen innovative Impulse und Ideen zu setzen.

In der Branche werden engagierte und spezialisierte Ingenieure aus den Fachrichtungen Fahrzeugtechnik oder Maschinenbau aber auch aus den Bereichen Fertigungstechnik, Konstruktion oder Verfahrenstechnik stark gesucht. Die Verbindung zwischen technischem und wirtschaftlichem Know-how wird immer bedeutungsvoller: Fahrzeughersteller sehen in der Ausschöpfung der Bereiche Vertrieb, Marketing und Einkauf riesige Potentiale, um schnell und effizient Gewinne zu erzielen und zu verbessern. Daher suchen Unternehmen der deutschen Automobilindustrie verstärkt auch brillante Ingenieure für den Bereich Wirtschaft und Informatik, vor allem Ingenieure die über fachübergreifendes Wissen in diesen Bereichen verfügen, d.h. Wirtschaftsinformatiker und Wirtschaftsingenieure.

Auch in elektro- und informationstechnischen Bereichen sowie in den modernen Bereichen wie Nanotechnologie werden Nachwuchskräfte gesucht, insbesondere Studienabgänger aus den Fachrichtungen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Neben fachlichem, methodischem und Systemwissen verlangen Unternehmen Soft-Skills wie Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und betriebswirtschaftliches Know-how. Auf Grund der globalen Vernetzung der Automobilindustrie und von international aufgestellten Projekteams, von F & E über Produktion bis hin zu Marketing und Vertrieb, sind hervorragende Sprachkenntnisse, Auslandserfahrung, Internationalität und interkulturelle Kompetenz ebenso wichtig, um in der Gunst von Personalverantwortlichen der Automobilindustrie zu steigen. Der Einstieg von Absolventen bei einem deutschen Automobilhersteller verläuft in der Regel über ein Praktikum, einen Trainee, eine Doktorarbeit oder einen direkten Berufseinstieg.

Rolle als Jobmotor in Gefahr

In der deutschen Automobilindustrie sind innerhalb von zehn Jahren zwischen 1995 und 2005 etwas 130.000 Arbeitsplätze geschaffen worden. Die meisten Arbeitsplätze sind in Unternehmen der Automobilzulieferindustrie entstanden, die aufgrund der abnehmenden Fertigungstiefe bei den Autoherstellern die Zahl des Personals steigern konnten. Seit Anfang 2005 ist die Zahl der Beschäftigten in der der deutschen Automobilindustrie leicht nachlassend. Das Wachstum des Fahrzeugbaus wird in den kommenden Jahren aufgrund einer weltweiten Absatz- und Finanzkrise eindeutig kraftloser stattfinden als in allen anderen Branchen.

Dies bedeutet, dass kurz- und mittelfristig die Beschäftigungszahlen in Deutschland stagnieren bzw. sinken werden. Es muss aber unterstrichen werden, dass die Personalanpassungen in den Unternehmen der Automobilindustrie in der Regel sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgt sind. Der Anteil der Beschäftigten in der deutschen Automobilindustrie an der Gesamtindustrie ist in den letzten zehn Jahren von 10 Prozent auf 13 Prozent gestiegen. Im Jahr 2007 waren bundesweit 750.200 Menschen in der deutschen Automobilindustrie beschäftigt. Davon 392.000 bei Automobilherstellern. Gleichzeitig konnte man einen Beschäftigungsrückgang von 16.000 Mitarbeitern feststellen. Davon waren 14.000 Arbeitplätze bei den Automobilherstellern betroffen. Im Gegensatz blieben die Beschäftigungszahlen in der Automobilzulieferindustrie aufgrund der Ausbreitung des internationalen Business ziemlich stabil: Die Beschäftigtenzahl ist nur um 2.800 auf 321.000 Beschäftigte zurückgegangen.

Etwa 700 neue Arbeitsplätze wurden in der Anhänger- und Aufbautenindustrie geschaffen, die sich seit 2003 durch die gute Nutzfahrzeugkonjunktur konstant positiv entwickelt hat. Aufgrund der hohen Innovationskraft der Branche sind die Belegschaftszahlen auch im Bereich F & E und die Zahl der beschäftigten Ingenieure gestiegen. Etwa 84.000 Menschen sind für die Forschung und Entwicklung der zukünftigen Automobiltechnologien tätig. (Quelle: Verband der Automobilindustrie e.V., www.vda.de)http://www.vda.de/

 

 

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