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Akademikeranteil in der Branche steigt zunehmend

Im Vergleich zu anderen Branchen gibt es die Chemieindustrie derzeit keinen allgemeinen Ingenieur- oder Fachkräftemangel. In der Branche werden vorwiegend Chemiker und Naturwissenschaftler gesucht. Diese bilden gleichzeitig die größte beschäftigte Akademikergruppe in der Chemieindustrie. Eine Akademikerlücke und einen Mangel an Berufspraktika gibt es nur in bestimmten Bereichen wie z.B. Toxikologie, Makromolekulare Chemie, Elektrochemie oder Materialwissenschaften. In solchen speziellen Bereichen besteht eine Ingenieurnachfrage. Gesucht werden insbesondere Ingenieure mit Schwerpunkten chemischer Anlagenbau, technische Chemie und chemische Verfahrenstechnik. Unternehmen, insbesondere kleine und mittelständische, haben ähnlich wie in anderen Industriebranchen erhebliche Schwierigkeiten bei Rekrutierung von Ingenieuren mit chemischem Hintergrundwissen.

Über 90 Prozent der 2.000 deutschen Chemieunternehmen  haben eine kleine oder mittelständische Struktur und beschäftigen im Durchschnitt weniger als 500 Mitarbeiter. Im Jahr 2007 ist der Anteil der Akademiker und Fachhochschulabsolventen an den gesamten Chemiebeschäftigten sowohl in kleinen und mittelständischen Unternehmen als auch Konzernen ist weiter gestiegen. De Akademikeranteil liegt derzeit bei 10,2 Prozent an den Gesamtbeschäftigten und hat somit eine neue Rekordzahl erreicht. Im Allgemeinen lässt sich feststellen, dass mit steigender Tendenz immer mehr Chemiker und weniger Ingenieure oder übrige Absolventen zu den Beschäftigen Akademikern in  Chemieindustrie gehören. Denn unter den beschäftigten Akademikern sind 31,6 Prozent Chemiker, 22,7 Prozent Ingenieure mit einem gesunken Anteil und 20,6 Prozent übrige Akademiker mit einer Hochschulbildung im technischen oder naturwissenschaftlichen Bereich, z.B. Apotheker, Biologen, Physiker etc. Die Zahl weiterer beschäftigten Akademikergruppen sehen wie folgt aus: 13,6 Prozent Volkswirte bzw. Kaufleute, 9,6 Prozent Angestellte mit einer sonstigen Hochschulbildung und 1,9 Prozent Juristen.

Um weiterhin eine positive Entwicklung der Chemieindustrie zu ermöglichen und gleichzeitig die derzeitigen Branchenbeschäftigten zu sichern hat die chemischen Industrie im Jahr 2008 die bislang höchsten Investitionen in Bereich F & E durchgeführt.(Quelle: Bundesarbeitgeberverbands Chemie e.V., Führungskräfte-Strukturerhebung 2007, www.bavc.de)

 

Einsatzgebiete

Nach Angaben des Verbands angestellter Akademiker und leitender Angestellter in der Chemischen Industrie e.V. (VAA) sind etwa 8000 Ingenieure mit Universitätsabschluss und ca. 10.000 Ingenieure mit Fachhochschulabschluss in der Chemieindustrie in Deutschland tätig (Quelle: www.vaa.de). Typische Einsatzgebiete von Ingenieure in der Chemieindustrie sind Verfahrenstechnik, Forschung und Entwicklung, Anlagenbau und Planung. Die meisten Positionen charakterisieren sich durch eine produktionsnahe Ausrichtung. Verfahrentechnik ist in der Chemieindustrie ein Schwerpunkt. Daher bleibt die Nachfrage nach Verfahrensingenieuren stabil. Sie sind für die Optimierung der laufenden Produktion zuständig. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen suchen für diesen wichtigen Bereich engagierte und flexible Fachhochschulabsolventen.

Große Konzerne bevorzugen hingegen Universitätsabsolventen mit Spezial-Know-how für den Bereich Forschung und Entwicklung. Verstärkt gesucht werden Ingenieure mit Kenntnissen im Bereich Rohrleitungs-, Behälterbau oder Förderanlagentechnik für den Bereich Anlagenbau- und Planung. Zu den Aufgaben Anlagenbau- und Planung gehören u.a. die Projektkoordination, die Terminüberwachung, den Supply Chain Management und die Zusammenarbeit mit Kunden sowie deren Betreuung bis zur Anlageninbetriebnahme vor Ort. Ein weiteres Gebiet in dem Ingenieure ihren Einsatz finden ist der Bereich MSR / Automatisierung von Produktionsanlagen. Hierbei werden Ingenieure gesucht, die ein Studium der Elektrotechnik mit Schwerpunkt Mess-, Steuer- Regelungstechnik oder Automatisierungstechnik erfolgreich absolviert haben. Voraussetzung für einen direkten Berufseinstieg in diesen Bereich ist eine abgeschlossene Berufsausbildung z.B. als Prozessleitelektroniker oder den Nachweis von einschlägigen Praktika während des Studiums in Unternehmen der Chemiebranche. Des Weiteren werden Wirtschaftsingenieure für Vertriebstätigkeiten, Bauingenieure um umweltfreundliche Produktionsanlagen zu konstruieren und Maschinenbauingenieure für den Betrieb und die Maschineninstandhaltung gesucht.

 

Karrieremöglichkeiten im Pharmabereich

Jobs im der pharmazeutischen Industrie sind abwechslungsreich und vor allem krisensicher. Die Zahl der Beschäftigten ist zwischen 2000 und 2005 um 14,4 Prozent gestiegen. Im Jahr 2006 beschäftigte die Branche rund 117.000 Menschen. Die meisten Mitarbeiter sind in kleinen und mittelständischen Unternehmen tätig. In der Pharmaindustrie sind viele Akademiker tätig. Vorwiegend werden aber Naturwissenschaftler, Pharmazeuten und Mediziner, vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung eingesetzt. Andere Akademiker wie z.B. Betriebswirtschaftler werden für Verwaltungs-, Marketing- und Vertriebstätigkeiten gesucht.

Ingenieure sind aufgrund der Branchenspezifizität nicht die gefragtesten Akademiker wie in vielen anderen Industriezweigen, doch aus hohen Aufwendungen der Pharmaindustrie für F & E lässt sich ableiten, dass trotzt sinkender Beschäftigtenzahlen in den letzen Jahren, die Chancen für gut qualifizierte Ingenieure auf einen Berufseinstieg in der Branche zukünftig steigern werden. Sowohl im Chemie- und Pharmabereich gibt es einen starken Innovationsgrad, und von der Höhe des Innovationsdrucks hängt die Nachfrage nach bestens qualifizierten Ingenieuren.

 

Top-Gehälter

Die hohe Ingenieurnachfrage für spezielle Tätigkeitsbereiche hat starke Auswirkungen auf die Festlegung der Jahresgehälter. Sowohl berufserfahrene Ingenieure aber auch Ingenieurabsolventen, die in der Chemie- und Pharmaindustrie tätig sind, erhalten im Vergleich zu anderen Industriebranchen relativ höhere Gehälter. Nach dem Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter in der Chemischen Industrie e.V. (VAA) liegt das Einstiegsgehalt in der Chemieindustrie bei etwa 50.000 Euro im Jahr. Absolventen, die promoviert haben, verdienen im Durchschnitt sogar 58.200 Euro im Jahr (Quelle: www.vaa.de).

 

 

Weitere Infos zum Thema Ingenieurmarkt unter:

>>> Ingenieurbeschäftigung in Deutschland

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>>> Rekrutierungsbarrieren

 

 

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