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Elektrotechnik und Elektronik: Die Verlockung für Elektroingenieure

Fünfzehn Prozent der deutschen Industriebeschäftigten sind in den zahlreichen Konzernen, in den 3.000 mittelständischen Unternehmen und den 14.000 Dienstleistungsunternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikbranche tätig. Aufgrund des breit gefächerten Spektrums an Produkten und Dienstleistungen und der internationalen Ausrichtung deutscher Unternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikbranche, sind die Berufseinstiegsmöglichkeiten für Absolventen sehr gut. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Vor allem Elektroingenieure haben aufgrund des derzeitigen Ingenieurmangels hervorragende Karrierechancen. Im Jahr 2007 gab es nach Angaben des VDI 161.500 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Elektroningenieure.

Über 75 Prozent der Unternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie beschäftigen Ingenieure. Die Ingenieurdichte in der Elektroindustrie ist sehr hoch. Insgesamt sind 20 Prozent der Branchenbeschäftigten Ingenieure. Laut einer Ingenieurumfrage des ZVEI, Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V., sind über 60 Prozent der Akademiker im technischen-naturwissenschaftlichen Bereich Elektrotechnikingenieure. Erst dann folgen Maschinenbauingenieure, Informatiker und Wirtschaftsingenieure. Elektroingenieure werden vorwiegend in Bereich F&E, in der Konstruktion und im Vertrieb eingesetzt. Zu weiteren Tätigkeitsfeldern gehören Engineeringdienstleistungen und Produktion. Die Branche ist aufgrund der beträchtlichen Investitionen, des Produktionsaufwandes, der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen für Ingenieure außerordentlich attraktiv.

Quelle: VDE Trendreport 2008

 

Von Krisenstimmung keine Spur

Die wegen der derzeitigen Finanzkrise schwindenden Beschäftigungsplanungen der Unternehmen betreffen kaum die Neueinstellung von Ingenieuren. Im Vergleich zu der Zahl der bereits beschäftigten Ingenieure im jeweiligen Unternehmen, haben Unternehmen der Elektroindustrie im Durchschnitt Ingenieurneueinstellungen in der Höhe von 6,2 Prozent realisiert, während für das Jahr 2007 die geplanten Ingenieurneueinstellungen bei 11,6 Prozent lagen. Der Ingenieurbedarf der Unternehmen der Elektrotechnikindustrie ist so hoch, dass 80 Prozent der Absolventen bis zu ihrem Berufseinstieg weniger als 10 Bewerbungen schicken mussten. Eine beeindruckte Erfolgsquote. Vier fünftel aller Absolventen der Ingenieurwissenschaften sind überzeugt, dass sie mit ihrem Beruf viel bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Absolventen anderer Studiengänge haben.

Auch die meisten deutschen Unternehmen sind der Meinung, dass Young Professionals des Ingenieurwesens bessere Karrieremöglichkeiten haben als Absolventen der Studiengänge Betriebswirtschaftslehre bzw. Jura/Rechtswissenschaften.

Quelle: VDE Trendreport 2008
 

Viele Ingenieure bald in Rente

Der Akademikerbedarf der Elektrotechnik- und Elektronikbranche steigt zunehmend. Die Neuanstellungen von Ingenieuren sowie Naturwissenschaftlern und Informatikern sind in den letzten Jahren konstant gestiegen und werden laut Expertenprognosen weiter steigen. Doch der Ingenieurnachwuchs folgt schleppend und der Ingenieurmangel könnte die äußerst positive Entwicklung der Branche der letzten Jahren deutlich verlangsamen. Bedrohlich für die Branche ist die Tatsache, dass die Zahl der Ingenieure, die in den nächsten 2 Jahren in Rente gehen werden, zunehmen wird.

Quelle: VDE Trendreport 2008
 

Wo bleiben die Bewerber?

Es muss unterstrichen werden, dass mehr als 50 Prozent der Unternehmen für eine vakante Ingenieurstelle durchschnittlich weniger als 10 Bewerbungen erhalten. Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen, vor allem aus dem Mittelstand glauben, dass der Ingenieurbedarf durch das Angebot des aktuellen Arbeitsmarktes nicht gedeckt werden kann.

Quelle: VDE Trendreport 2008
 

Immer mehr höhere Unternehmensanforderungen

Dies ist vermutlich auf die hohe Zahl der Studienabbrecherquote im Bereich Elektro- und Informationstechnik (etwa 40 Prozent), die fehlenden Nachwuchskräfte, den leergefegten Kandidatenmarkt, die niedrige Zahl von beschäftigen Ingenieuren (ca. 4 Prozent) und zum anderen auf die immer höher werdenden Stellenanforderungen der Unternehmen zurückzuführen. Damit die Elektrotechnik- und Elektrobranche ihre weltweit anerkannte Stellung als Innovationsführer nicht verliert, braucht die Branche immer mehr Ingenieure mit einer hervorragenden Qualifikation. Von den Schulen und Hochschulen wird hierzu ein entscheidender Beitrag gefördert.

Zahlreiche Studienanfänger der Ingenieurwissenschaften haben eindeutige Ausbildungs- und Wissensdefizite insbesondere in den Fächern Physik und Mathematik. Schulen sollten sowohl die quantitative als auch die qualitative Bildung in den Fächern Naturwissenschaften, Mathematik und Technik ausbessern. Hochschulen sollten effizientere Eignungstests bzw. -prüfungen durchführen und Studierende besser betreuen, um Wissensdefizite frühzeitig vor einem eventuellen Studienabbruch zu erkennen und zu bekämpfen. Die Diskrepanzen zwischen dem was Absolventen in den Hochschulen gelernt haben und dem was Unternehmen von ihnen anfordern sind oft sehr groß. Da die Branche von einem starken technischen Innovationsimpuls geprägt ist, werden neben detailliertem Grundlagenwissen bzw. Fachwissen vor allem Methoden- bzw. Systemkompetenzen verlangt. Des Weiteren erwarten Unternehmen kurze Studienzeiten, Auslandserfahrung, Soft Skills und betriebswirtschaftliches Know-how.

Viele Unternehmen agieren weltweit, dementsprechend fordern sie von Berufseinsteigern sehr gute Fremdsprachenkenntnisse, sowie ein interkulturelles und international ausgerichtetes Denken und Handeln. Es handelt sich zum Teil um Wissen, welches bereits während der Studienzeit von den entsprechenden Lehrkräften vermittelt werden müsste.

 

Weitere Infos zum Thema Ingenieurmarkt unter:

>>> Ingenieurbeschäftigung in Deutschland

>>>Daten & Statistiken

>>> Ingenieurbedarf

>>> Ursachen des Ingenieurmangels

>>> Rekrutierungsbarrieren 

 

 

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