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Luft- und Raumfahrt, eine Branche mit hohem Ingenieurbedarf

Voraussetzung für das weitere Wachstum der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie ist ein ausreichendes Potenzial an hochqualifizierten Fachkräften. Neben technischen Fachkräften die aufgrund des steigenden Produktionsausstoßes zunehmend für die Wartung von Fahrwerken oder Triebwerken eingesetzten werden, ist die Branche auf das hoch entwickelte technologische Wissen von Ingenieuren angewiesen. Die Gesamtzahl der beschäftigten Mitarbeiter in der Branche liegt bei etwa 88.000, davon nur 6.000 im Bereich Raumfahrt.

Laut dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie liegt der derzeitige Anteil von technischen Akademikern bezogen auf die Gesamtzahl der Beschäftigten in der Branche bei mehr als 50 Prozent. Die Meisten davon sind hochqualifizierte Mitarbeiter, die in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Konstruktion, Produktion und Wartung tätig sind. Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie leidet so wie viele anderen hochtechnologisierten Branchen unter der derzeitigen Ingenieurlücke in Deutschland. Zum heutigen Zeitpunkt können etwa 1000 Ingenieurstelle nicht besetzt werden.

 

Eine Lücke von 5000 Ingenieuren

Für die Erreichung der geplanten Endziele bzw. die Durchführung der Programmaufgaben im Jahr 2008 brauchen Unternehmen bis Ende des Jahres neben neuen zahlreichen Facharbeitern zusätzlich weitere 4000 Ingenieure. Der Ingenieurbedarf ist sehr hoch. Viele Projekte und Aufträge können nicht zur vereinbarten Zeit abgearbeitet werden. Dies bedeutet enorme Wertschöpfungsverluste. Die Technologien der Branchen wandeln sich mit einem sehr dynamischen Tempo. Unternehmen stehen unter einem starken Entwicklungsdruck. Dadurch bedingt wird ein konstanter Zuwachs beschäftigter Ingenieure in der Branche prognostiziert. Unternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche kämpfen um die besten Ingenieure, die Arbeitsmarkt und Hochschulen zur Verfügung stellen. Doch Neueineinstellungen verzögern sich oder platzen sogar, weil vakante Positionen wegen Rekrutierungsschwierigkeiten und mangelnder Bewerber nicht besetzt werden können.

 

Was Unternehmen suchen

Die Branche sucht insbesondere junge Ingenieure der Fachrichtungen Luft- und Raumfahrttechnik, Elektrotechnik oder Nachrichtentechnik, die zunächst in der Entwicklung und später u.a. in der Weiter- und Neuentwicklung von Informationstechnikgeräten und Technologien im Bereich Kommunikationssatelliten eingesetzt werden können. Unternehmen suchen engagierte und verantwortungsvolle Ingenieure mit Spezial-Know-how, die u.a. Belastungsfaktoren, wie Temperaturveränderungen oder Strahlenbelastung, von Luft- und Weltraumobjekten testen und simulieren sollen.

Auch berufserfahrene Ingenieure anderer Fachrichtungen haben in der Branche aussichtreiche Chancen. Die deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie ist aufgrund komplexer Arbeits- und Organisationsstrukturen sowie international und interdisziplinär aufgestellter Projektteams mit zahlreichen europäischen Unternehmen vernetzt. Man denke diesbezüglich an Airbus, Eurocopter oder Ariane. Daher fordern Unternehmen von Nachwuchsingenieuren neben fachlichem, methodischem und systemischem Wissen insbesondere verhandlungssichere Englischkenntnisse - weitere Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil -, Problemlösungsfachkompetenz, Mobilität, internationale Erfahrung und eine ausgeprägte soziale Kompetenz.


Die Luft- und Raumfahrtbranche ist aufgrund ihrer faszinierenden und anspruchvollen Technologien eine der beliebtesten Arbeitbereiche der Ingenieure. Jeder von ihnen der sich schon als Kind für Technik oder Naturwissenschaften interessierte, hat vermutlich davon geträumt später in dieser Branche tätig zu werden. Im Durchschnitt werden jährlich etwa 100 Absolventen der Ingenieurwissenschaften von Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie über einen Trainee oder einen direkten Berufseinstieg neu eingestellt. Werden die Rekrutierungsbarrieren der Personalverantwortlichen erfolgreich überwunden, können sich Ingenieure, insbesondere Maschinenbauingenieure, mit einer Spezialisierung im Luft- und Raumfahrttechnik über verlockende Einstiegsgehälter freuen.

 

Weitere Infos zum Thema Ingenieurmarkt unter:

>>> Ingenieurbeschäftigung in Deutschland

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>>> Ingenieurbedarf

>>> Ursachen des Ingenieurmangels

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