Gehaltsverhandlung

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Die Gehaltsverhandlung ist eines der schwierigsten Gespräche im Berufsleben. Auch wenn die Zeiten schlecht, die Kassen leer und die Budgets knapp sind - es lohnt sich immer, über ein höheres Gehalt zu verhandeln.“

Wenn das erste Bewerbungsgespräch der jungen Ingenieure positiv läuft, geht es nur noch um die Verhandlung des Einstiegsgehalts. Doch den meisten Bewerbern bzw. Kandidaten, insbesondere jungen Absolventen, fällt das Gespräch zum Thema Gehaltsverhandlung mit Personalverantwortlichen sehr schwer, weil sie diesbezüglich keine Erfahrung haben, den eigenen Marktwert nicht kennen und somit das entsprechende Einstiegsgehalt nicht richtig einschätzen können. Eine falsche Antwort oder merkwürdige Aussage kann die Aussicht auf einen perspektivsreichen Ingenieurjob schnell schwinden lassen kann. Daher ist Vielen die Frage nach dem Gehallt unangenehm. Vor allem als Berufseinsteiger sollte man sich darauf sehr gut und gezielt vorbereiten, um ohne großes ängstliches Zögern, dieses Thema selbstbewusst anzugehen.

 

Informationen sammeln

Als junger Ingenieur sollte man sich bereits vor dem Vorstellungsgespräch Gedanken über die eigene Gehaltsvorstellung machen, in dem man sich über das Durchschnittsgehalt der angestrebten Position in der betreffenden Branche erkündigt, z.B. durch branchenspezifische Ingenieurgehälter, Gehaltsdatenbanken oder Branchenberichte, und dies im Verhältnis zum entsprechenden Arbeitsgeber und der eigenen Qualifikation bringt. Auch Informationen des Statistischen Bundesamtes können als Basis für eine Gehaltsverhandlung genutzt werden.

Neben statistischen Werten können auch Freunde und Bekannte, die bereits als Ingenieure tätig sind, und in derselben Branche bzw. Position arbeiten, nützliche Informationen geben. Des Weiteren sollte ein Ingenieur sich über die Größe des Unternehmens, das Ansehen des Standortes, die Gehaltsentwicklung in der Branche informieren und gleichzeitig versuchen herauszufinden, ob der betreffende Arbeitgeber eventuell nur in Ausnahmefällen über das Einstiegsgehalt verhandelt. Absolventen der Ingenieurwissenschaften, die eine gute Qualifikation haben, Praktika absolviert haben oder über Branchenerfahrung verfügen, können bei einer Gehaltsverhandlung bessere Argumente vorweisen, als Kandidaten die eine schlechtere Qualifikation haben.

 

Schmerzgrenzen definieren

Vor dem entscheidenden Vorstellungsgespräch sollte der Bewerber sich sein Wunschgehalt als Jahres und Monatsgehalt merken. In der Regel sollte er bereits im ersten Vorstellungsgespräch versuchen herauszufinden, welche Kriterien für eine Einstellung relevant sind und die Argumentation bezüglich der eigenen Gehaltsvorstellung darauf aufzubauen. So dass er sich ein klares Verhandlungsziel verschaffen und eine eventuelle Schmerzgrenze definieren kann: d.h. ein Minimalziel, ein Maximalziel das alle Wünsche erfüllt, ohne überheblich zu sein, und ein alternatives Ziel, der über das Gehalts hinausgeht und Kompromisse einbezieht, wie zum Beispiel variable Bestandteile, ein Firmenwagen, Weiterbildungsmaßnahmen etc.

Ein selbstbewusster junger Ingenieur steht variablen Einkommensanteilen grundsätzlich positiv gegenüber, da er durch diese sein Gehalt verbessern kann. In der Regel sollte man aus dem Minimal- und Maximalziel einen Mittelwert bilden, mit dem man sich selbst einen Spielraum für die Verhandlung lässt. Einmal im Gespräch mit dem neuen Arbeitgeber sollte der junge Kandidat seine Gehaltsvorstellung laut und klarer Stimme äußern ohne den Blickkontakt mit seinem Gesprächspartner zu verlieren. Der Kandidat sollte einen Rahmen nennen (z.B. 35000 bis 40000), damit er sich und seinem Arbeitgeber einen Verhandlungsspielraum lässt.

 

Sachlich argumentieren

Es empfiehlt sich immer ruhig zu bleiben, sachlich zu argumentieren und die eigenen Gehaltsvorstellungen anhand der eigenen Präferenzen aus Sicht des Arbeitgebers und des Gesprächspartners zu begründen. Ein Absolvent der Ingenieurwissenschaften sollte auch in der Lage sein, nach der Gehaltsvorstellung eine Gegenfrage zu stellen, z.B. „Was zahlen Sie in der Regel einem Berufseinsteiger?“, Gegenargumente zu schärfen und Kompromisse zu finden.

Der Arbeitgeber wird immer wieder versuchen, Einwände und Argumente gegen die mitgeteilte Gehaltsvorstellung zu bringen, denn er will nicht nur den Marktwert des Kandidaten einschätzen, sondern feststellen ob der Kandidat  auch in finanzieller Hinsicht zu den Unternehmensvorstellungen wirklich passt. In solchen Fällen sollte der Kandidat immer Ruhe bewahren, hartnäckig bleiben und aufzeigen, dass die eigene Forderung ein gutes Fundament hat, z.B. in dem er seinen Gesprächspartner überzeugt, dass eine Investition in seine Person für den Arbeitgeber eine Bereicherung ist oder dass auf Grund des Verantwortungsbereiches die Forderung angemessen ist.