Ingenieurstudium: Eine öffentliche Diskussion

Aufgrund des Absolventenmangels und der stagnierenden Zahl von Studienanfängern ist das Ingenieurstudium in letzter Zeit wieder in die öffentliche Diskussion gerückt. Ingenieurwissenschaftliche Fakultäten und Hochschulpolitik haben in den letzten Jahren manches in ein breitgefächertes Studienangebot und in eine bessere Studienqualität investiert. Entscheidend für eine erhebliche Attraktivität des Ingenieurstudiums sind nicht nur die Studienverhältnisse, sondern auch die zukünftigen Berufsperspektiven für Ingenieure. Beachten Sie in diesem Zusammenhang: Masterstudium Ingenieurwissenschaften

Die Hochschulwelt hat diesbezüglich einiges verändert: Neue fachliche Ingenieurstudiengänge, internationale und interdisziplinäre Studienangebote, neue Studien- und Lernformen. Ziel der Hochschulen ist es, den Studierenden einen intensiveren Praxisbezug durch Kooperation mit der Wirtschaft zu vermitteln und traditionelle Inhalte von Ingenieurwissenschaften Studiengängen mit praktischen, sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und internationalen Anwendungsaspekten zu verbinden.  Bei dieser Vielfalt fällt die Studienwahl nicht leicht und häufig hilft nur noch eine private Studienberatung oder Berufsberatung beim Profiling Institut.

Studienqualität generell gestiegen

Studierende in Ingenieurstudiengängen ziehen eine positive Bilanz bezüglich der Entwicklung des Ingenieurstudium in den letzten Jahren: die Stärken haben zugenommen, die Schwächen haben sich reduziert. Im Allgemeinen hat sich der Standard der Studienqualität im Ingenieurstudium u.a durch eine Verbesserung im hochschuldidaktischen Sektor und die Betretung und Beratung der Studierenden verbessert, auch wenn betont werden muss, dass die Umsetzung der zweiphasigen Studienstruktur des Ingenieurstudium von Bachelor und Master bisher von Studierenden gering akzeptiert wird. Studium in NRW, Studieren in Nordrhein-Westfalen

Die Entwicklungsfähigkeit des Ingenieurstudium in den letzten Jahren mit einer Fülle von neuen Studienangeboten, mit erweiterter Internationalität und einer besseren Qualität der Lehre kann als größte Stärke bezeichnet werden. Im Vergleich zu anderen Fachrichtungen haben Ingenieurwissenschaften den eindeutigsten Innovationsprozess durchgeführt. Universitäten und Fachhochschulen differenzieren sich in der Zusammensetzung der Studierenden und in der Organisation des Studienangebotes.Doch in den meisten grundlegenden Aspekten ist die Studienqualität gleichermaßen günstig, allerdings mit diversen Schwerpunkten: Ein Ingenieurstudium an der Fachhochschule charakterisiert sich durch ein besseres Sozialklima, einen ausgeprägteren Anwendungsbezug und eine effizientere Studienanstalt, während ein Universitätsstudium von mehr Offenheit, Forschungsorientierung und stärkerer Internationalität geprägt wird. Als eine weitere bemerkenswerte Stärke des Ingenieurstudium sehen Studierende die gute Balancierung der Studienanforderungen.

Zudem sind Praxisbezug und die Forschungsorientierung ziemlich gut in das Ingenieurstudium eingegliedert. Des Weiteren ist das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden und das soziale Klima besser geworden und auch die Kooperation unter den Studierenden ist ebenso gestiegen. Als Defizite des Ingenieurstudiums bezeichnen Studierende u.a. ungenügendes Feedback zu ihren Leistungen und Lernfortschritten. Zudem gibt es noch zahlreiche Studierende, die zu wenige Kontakte zu den Lehrpersonen haben und bei einigen Studierenden bleibt der Beratungsbedarf unerfüllt.

Bachelor- und Master: Studienstruktur verbessern

Wesentliches Ziel der Einführung der zweiphasigen Studienstruktur Bachelor- und Master waren kurze Studienzeiten, stärkere Internationalisierung, eindeutige Standards und mehr Effizienz, um die Berufschancen der Absolventen zu steigern. Doch in Wirklichkeit ist die zweistufige Studienstruktur oft mit Problemen verbunden.

Nach Erfahrungen vieler Studierenden sprechen die Studienbedingungen in der ersten Bachelorphase gegen einige positive Entwicklungen der letzten Jahre. Es sollte mehr darauf geachtet werden, dass die Prinzipien eines wissenschaftlichen Studiums, wie z.B. die Förderung der Autonomie und Eigenverantwortung der Studierende, die Forschungsorientierung, die Praxistauglichkeit, die Internationalität und Auslandsmobilität konsequent angewendet werden. Die Anwendung solcher Prinzipien erst im Masterstudium und nicht bereits im Bachelor kann die Qualifizierung, Kompetenzen und Professionalität der Studierende und deren zukünftigen Berufschancen negativ beeinträchtigen.

Allgemeine Forderungen der Studierenden

Studierende in Ingenieurstudiengängen vermissen häufig Lehrveranstaltungen im übersichtlicheren Kreis, die besser für Diskussionen geeignet sind. Zudem wünschen sich viele Studierende, trotzt steigender Wertschätzung des Praxisbezugs im Ingenieurstudium, Verbesserungen bei Praktika. Des Weiteren halten Studierende Berufsberatung und Unterstützung beim Berufseinstieg sehr wichtig. Ein weiterer Wunsch von Studierenden, überwiegend in Fachhochschulen, ist die Erhöhung der BAföG-Leistungen (für das Wintersemester 2008/09 sind Anhebungen der Bedarfssätze und Freibeträge im BAföG vorgesehen sind). Zu weiteren Wünschen und Forderungen der Studierenden gehören: Der Ausbau hochschuldidaktischer Leistungen, ein besseres Angebot der obligatorischen Praktika, die inhaltliche Modernisierung und Internationalität in der Lehre, stärkere Kooperation zwischen Hochschulen und Wirtschaft, sowie der quantitative Ausbau von Personal und Studienplätzen an Universitäten und Fachhochschulen.Studienattraktivität steigernDie Steigerung der Attraktivität des Ingenieurstudium hängt nicht direkt von einer Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre ab.

Vielmehr ist die Unsicherheit bei der Wahl eines Ingenieurwissenschaftlichen Studiengangs auf andere Faktoren zurück zuführen. Dazu gehören die knappe Belegung von techniknahen und naturwissenschaftlichen Leistungskurse in den Oberstufen am Gymnasium, die sozialen und finanziellen Risiken für die Bildungsaufsteiger, die nebulösen Berufsperspektiven und Beschäftigungszeichen durch die Wirtschaft, sowie die dauernde berufliche Benachteiligung von Ingenieurinnen. Frauen und Bildungsaufsteiger sollen zielgerichtet durch die Verbesserung von Studienbedingungen und soziale Serviceeinrichtungen gefördert und für ein Studium der Ingenieurwissenschaften gewonnen werden.

Eine konstante Steigerung der Attraktivität der technischen Studiengänge ist lediglich durch Bemühungen von Universitäten und Fachhochschulen langfristig nicht möglich. Das Hochschulsystem kann weiterhin die vorhandene Studienqualität sichern und ausbauen, die Förderung von Studierenden stärker aktivieren und zur Akzeptanz des Ingenieurstudiums beitragen, dennoch sind Hochschulen auf eine intensivere Unterstützung durch diverse Initiativen und Leistungen der Wirtschaft angewiesen. Unter anderen wären folgende Aktivitäten nötig: Mehr Stipendien für werdende Ingenieure, erkennbare und zuverlässige Beschäftigungspolitik, Einstellungsstandards und Gratifikationen für Absolventen des Bachelorstudiums, Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen, mehr Praktikumsangebote und allgemein besserer Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten.
(Quelle: Bundesministerium für Forschung und Bildung, Studienqualität und Attraktivität der Ingenieurwissenschaften)  >>Mehr Infos

 

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