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Ausbildungsdauer

Bei Bachelorstudiengängen ist eine Regelstudienzeit (gemäß Beschluss der Kultusministerkonferenz) von 6 bis 8 Semestern vorgegeben. Tatsächlich wurden im Prüfungsjahr 2007 im Studienbereich "Wirtschaftsingenieurwesen" Bachelorstudiengänge durchschnittlich nach 6,7 Semestern abgeschlossen. (Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 4.2, Bildung und Kultur - Prüfungen an Hochschulen 2007)

Verkürzung der Studienzeit

Um die Studienzeit zu verkürzen, sehen die Prüfungsordnungen der Hochschulen zum Teil die Möglichkeit von Freiversuchen vor: Erstmals nicht bestandene Modulprüfungen gelten als nicht unternommen, wenn sie zu bestimmten Prüfungsterminen bzw. vor dem im Studienablaufplan vorgesehenen Zeitpunkt abgelegt werden.

Überschreiten der Regelstudienzeit

Das Überschreiten von Regelstudienzeiten ist grundsätzlich möglich. Allerdings legen die Hochschulprüfungsordnungen Fristen für die Ablegung von Prüfungen fest, die die Studiendauer faktisch begrenzen. Die Hochschulgesetze der Bundesländer sehen vor, dass z.B. Auslandssemester, Elternzeit und Zeiten von Mutterschutz oder längerer Krankheit auf Antrag von der Anrechnung auf die Regelstudienzeit ausgenommen werden können.

 

Ausbildungsaufbau

Für Bachelorstudiengänge gibt es keine verbindlichen Rahmenordnungen. Die Ausrichtung oder Schwerpunktsetzung der Studiengänge im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen kann deshalb von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich sein.

Bachelorstudiengang mit Praxisprojekt

 

Die Studiengänge setzen sich - je nach Hochschule - aus einer unterschiedlichen Anzahl von Modulen zusammen. Sie umfassen neben Lehrveranstaltungsmodulen (Pflicht- und Wahlpflichtmodule) auch ein Praxisprojekt (im Betrieb oder an der Hochschule) und eine Bachelor Thesis (Bachelorarbeit). Pflichtmodule sind obligatorisch zu belegende Lehreinheiten. Innerhalb der Wahlpflichtmodule kann eine Auswahl aus mehreren Lehreinheiten getroffen werden. Gegen Ende des Studiums ist die Bachelor Thesis anzufertigen.

Pflichtmodule sind beispielsweise

  • Ingenieurmathematik
  • Wirtschafts- und Finanzmathematik
  • Physik
  • technische Mechanik
  • Informatik
  • Werkstofftechnik
  • Prozessmesstechnik
  • Grundlagen der Elektrotechnik
  • Qualitätssicherung und Statistik
  • VWL, BWL und Rechnungswesen
  • Marketing
  • Finanzwirtschaft
  • Wirtschaftsrecht
  • Steuerlehre
  • Englisch

Mögliche Wahlpflichtmodule

  • Fördertechnik
  • Fertigungstechnik
  • Werkzeugmaschinen
  • Kunststoffverarbeitung
  • Umweltmanagement
  • Steuerlehre
  • Steuerungs- und Regelungstechnik
  • Entrepreneurship

 

Ausbildungsabschluss, Nachweise und Prüfungen

Studienabschluss

Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen führt die Studierenden zu einem der folgenden ersten berufsqualifizierenden Abschlüsse:

  • Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Bachelor of Engineering (B.Eng.)
  • Bachelor of Business Administration and Engineering (BBAE)
  • Bachelor of Industrial Engineering (BIE)

Nachweise und Prüfungen

Modulprüfungen

Module sind in sich abgeschlossene Lehreinheiten, die mit einer Prüfung abgeschlossen werden. In der Regel gilt Folgendes:

  • Alle Pflichtmodule müssen absolviert werden.
  • Bei Wahlpflichtmodulen besteht eine Auswahlmöglichkeit, d.h., nicht alle Module müssen absolviert werden.
  • Module im Schwerpunktbereich können freier nach eigenen Interessen zusammengestellt werden.

Alle Modulprüfungen werden studienbegleitend durchgeführt. Sie können in Form von Klausuren, mündlichen Prüfungen, schriftlichen Hausarbeiten, Referaten mit schriftlicher Ausarbeitung oder Projektarbeiten abgelegt werden.

 

 

Bachelor Thesis

Zum Abschluss des Studiums ist eine Bachelor Thesis (Bachelorarbeit) zu verfassen. Je nach Prüfungsordnung ist auch ein Kolloquium abzulegen.

Credit Points

Das Studium ist erfolgreich absolviert, wenn die Zahl der erforderlichen Leistungspunkte (Credit Points) erreicht ist.

Prüfungswiederholung

Nicht bestandene Modulprüfungen, Bachelorarbeit und Kolloquium können in der Regel einmal wiederholt werden. Gegebenenfalls ist in Ausnahmefällen eine zweite Wiederholung möglich.

Prüfende Stelle

Prüfungen werden durch Professoren und andere prüfungsberechtigte Personen abgenommen.

Rechtsgrundlagen

Die rechtlichen Grundlagen für das Studium bilden die jeweiligen Studien- und Prüfungsordnungen und ggf. das Modulhandbuch.

Abschlussbezeichnung

Nach erfolgreich absolviertem Bachelorstudium verleiht die Hochschule einen der folgenden akademischen Grade:

  • Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Bachelor of Engineering (B.Eng.)
  • Bachelor of Business Administration and Engineering (BBAE)
  • Bachelor of Industrial Engineering (BIE)

Die Noten der Modulprüfungen und der Bachelor Thesis gehen in das Zeugnis ein, das auch die Studiengangsbezeichnung enthält. Gleichzeitig mit dem Zeugnis erhalten die Absolventen eine Urkunde über den Bachelorgrad (Bachelor-Urkunde). Hinweis: Bachelorabschlüsse stellen einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss dar. Sie verleihen grundsätzlich dieselben Berechtigungen wie Diplomabschlüsse von Fachhochschulen.

Diploma Supplement

Den Anhang zum Abschlusszeugnis der Bachelorstudiengänge bildet das in der Regel in englischer Sprache abgefasste Diploma Supplement.