Karriere - Quo vadis?

  • Läuft alles nicht so wie geplant?
     
  • Spielt der Chef nicht so   mit wie erhofft?
     
  • War doch der falsche Job beim letzten Wechsel? 

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Ursachen für ein Ungleichgewicht der WLB

Unter work-life-balance ist ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Privatleben zu verstehen. Geld und Karriere sind für viele nicht mehr oberstes Ziel ihres Berufslebens. Ihnen ist es wichtig, ihre privaten Interessen oder ihr Verständnis von Familienleben mit den Anforderungen in der Arbeitswelt in Einklang zu bringen. Dazu gehören das Wohlfühlen am Arbeitsplatz, der Spass an der beruflichen Aufgabe und ein gutes Verhältnis mit dem Vorgesetzten und den Kollegen. Ein Verzicht auf Einkommen wird zugunsten dieser Ziele hingenommen. Erreichen lässt sich diese Vorstellung über Teilzeitarbeit, durch Auszeiten, durch Downshiftung und einer hohen Flexibilität bei Mitarbeitern und Unternehmen. Eine besondere Rolle spielt die work-life-balance in den Zukunftsmodellen der Arbeitswelt. Hohe Verantwortung, eine große Vielfalt an Aufgabenbereichen, sowie wachsender Zeitdruck charakterisieren die Arbeit eines Managers. Um den täglichen Anforderungen im eigenen Verantwortungsbereich gerecht zu werden, ist überdurchschnittlich hohes Engagement erforderlich.

Die Ursachen für den Ausfall von Managern sind häufig Burnout- und andere Stresssyndrome. Grenzenlose Erreichbarkeit mit ihren Schattenseiten: Sie provoziert geradezu die Erwartungshaltung des Unternehmens, jederzeit auf den Manager zurückgreifen zu können. Da es nur wenigen Topmanagern gelingt, den Einsatz elektronischer Geräte in der Freizeit zu dosieren, gehen Beruf und Privatleben vielfach nahtlos ineinander über. Dies verhindert das zeitweilige Ausblenden beruflicher Themen. An zweiter Stelle der Stressfaktoren stehen die zeitliche Ausdehnung der Arbeit und die Menge der zu bearbeitenden Themen. Aufgrund der vielen zu erledigenden Aufgaben ist eine durchschnittliche tägliche Arbeitszeit von zwölf bis vierzehn Stunden für Manager üblich. Selbst den Urlaub halten sich einige Manager nicht von beruflichen Themen frei. Dies geschieht zum Teil aus Interesse an der Aufgabe. Eine wesentliche Rolle spielt jedoch auch die Angst, etwas zu verpassen oder von den Kollegen nicht im Sinne der eigenen Ziele und Meinungen vertreten zu werden.

Im Kern fällt es Managern also schwer, "loszulassen". Ein weiterer Faktor, der in den vergangenen Jahren die Anforderungen an das Management erhöht hat, ist die wachsende Internationalität der Geschäftstätigkeit von Unternehmen. Hiermit sind häufige Dienstreisen und mehrtägige Trennungen von der Familie verbunden. Manager tragen eine enorme Verantwortung für den Geschäftserfolg ihres Unternehmens und werden für Fehlentwicklungen und Misserfolge verantwortlich gemacht. Wenn Rationalisierungsmöglichkeiten gegen die Sicherung von Arbeitsplätzen abgewogen werden müssen, dann sind häufig auch menschliche Schicksale Gegenstand der Entscheidungen, was die Verantwortlichen zusätzlich belasten kann.

Risiken einer fehlenden Work-Life-Balance 

Eine mangelnde Work-Life-Balance von Topmanagern kann für den Erfolg der von ihnen geführten Unternehmen eine ernsthafte Bedrohung darstellen. Folgende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und damit auf den Erfolg ihres Unternehmens sind bekannt:

  • Rückgang der Entscheidungsqualität;
  • mangelnde Qualität der Arbeitsergebnisse;
  • Rücknahme des eigenen Engagements für das Unternehmen;
  • Ausstrahlungseffekte über das eigene Führungsverhalten auf die  Unternehmenskultur und die Mitarbeiter;
  • Beeinträchtigung der eigenen strategischen Orientierung in Form von "blindem Aktionismus" und Unterordnung strategischer Ziele zugunsten operativer Notwendigkeiten;
  • erhöhte Anfälligkeit für "unsaubere" Geschäftspraktiken als auch zeitweilige und dauerhafte Ausfälle aufgrund von Krankheit.

Durch eine Reduktion des beruflichen Engagements in Verbindung mit sinkender Leistungsfähigkeit können gerade Manager ihren Unternehmen erheblichen Schaden zufügen. Eine langfristige berufliche Überlastung kann also auch für das Unternehmen schwerwiegende Folgen haben.   Wie kommt der Rückgang der Arbeitsleistung in Verbindung mit fehlender Work-Life-Balance bei Topmanagern zustande? Überarbeitung und mangelnder Ausgleich wirken sich zunächst auf die psychische und körperliche Befindlichkeit aus. Zudem nimmt durch die Überlastung die mentale Leistungsfähigkeit (Aufmerksamkeit, Konzentration, Kreativität) der Betroffenen ab. Diese Beeinträchtigung der psychischen und körperlichen Gesundheit, sowie der mentalen Leistungsfähigkeit führt zu der zuvor beschriebenen reduzierten Arbeitsleistung der Manager und damit zu reduziertem Unternehmenserfolg.

Warum unterliegen Manager in unterschiedlichem Ausmaß dem Risiko der Überforderung? Zunächst ist festzuhalten, dass hohe Arbeitsanforderungen per se nicht problematisch für Gesundheit und Leistungsfähigkeit sind. Vielmehr gilt es in der Wissenschaft als erwiesen, dass hohe Anforderungen den Aufbau umfassender Kompetenzen ermöglichen und damit auch den Erhalt von Leistungsfähigkeit und Motivation von Personen unterstützen.  Risiko eines sehr hohen beruflichen Engagements ist jedoch die Vernachlässigung des Privatlebens.

Die große Herausforderung für das Management ist es demnach, sich trotz der hohen zeitlichen Einbindung und der auch inhaltlich hohen Anforderungen der Arbeit nicht ganz von dieser vereinnahmen zu lassen. Wichtig für den Erhalt der eigenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit jedes Topmanagers ist es, einerseits das berufliche Leben so zu gestalten, dass aus den hohen Anforderungen keine Überlastung resultiert. Andererseits sollten das Leben und die Kontakte außerhalb des Berufs als Erholungsinsel zum Tanken neuer Energie genutzt und so die Work-Life-Balance langfristig gesichert werden.

Ansatzpunkte zur Verbesserung der WLB  

Die Work-Life-Balance entsteht aus einem Wechselspiel aus Anforderungen und Ressourcen. Diese können sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich angesiedelt sein. Unter Ressourcen werden hier Gegebenheiten verstanden, die den Manager dabei unterstützen, eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben aufbauen und erhalten zu können. Ein Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Ressourcen kann zu Überforderung bis hin zum Burnout führen. Das Unternehmen kann die Ressourcen seiner Führungskräfte über die Unternehmenskultur, das Angebot von Personalentwicklungs-Maßnahmen und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung stärken.

Häufig schrecken Unternehmen davor zurück, das Thema Work-Life-Balance anzupacken, da hiermit vornehmlich Maßnahmen im Rahmen der Personalentwicklung und Gesundheitsförderung verbunden werden, die zu hohen Kosten führen. Persönliche Ressourcen: Auf Seiten der persönlichen Ressourcen hat die individuelle Ausstattung mit sozialen, psychischen und körperlichen Ressourcen einen Einfluss auf die Work-Life-Balance. Soziale Ressourcen: Auf Seiten der sozialen Ressourcen können der Erhalt und der weitere Ausbau von Ressourcen in drei verschiedenen Lebensbereichen erfolgen: im beruflichen Wirkungskreis, im familiären Umfeld sowie im Freundes- und Bekanntenkreis.

 

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