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650.000 Ingenieure/innen sind in Deutschland tätig

Im Jahr 2007 gab es bundesweit 654.358 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieure, darunter etwas mehr als 11 Prozent waren Frauen. Der größte Anteil von Ingenieuren und Ingenieurinnen, 58,3 Prozent, waren im industriellen Bereich bzw. produzierenden Gewerbe beschäftigt: davon 22,3 Prozent in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau, 5,3 Prozent im Baugewerbe und 30,7 Prozent im übrigen produzierenden Gewerbe, überwiegend in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. 41,6 Prozent der Ingenieure waren im Dienstleistungssektor beschäftigt, davon 20,5 Prozent in Ingenieursbüros bzw. Unternehmen, die im Auftrag von industriellen Unternehmen, technische Dienstleistungen anbieten, in Patentanwaltskanzleien oder im Bereich Werbung.

In nicht Ingenieurtypischen Branchen wie die öffentliche Verwaltung, im Handelsektor sowie im Verkehr und Nachrichtenübermittlung waren insgesamt 11,3 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Ingenieure beschäftigt. In den Bereichen Kredit- und Versicherungsgewerbe, Erziehung, Kultur und Unterhaltung, Sport, Gesundheit und Sozialwesen war mit 2,7 Prozent nur ein kleiner Anteil deutscher Ingenieure beschäftigt. Die restlichen 7,1 Prozent sozialversicherungspflichtiger Ingenieure waren in übrigen Dienstleistungen tätig (Quelle:www.iwkoeln.de). Etwas mehr als 25.000 Ingenieure waren laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung arbeitslos. Laut dem Verein Deutscher Ingenieure liegt die Zahl der arbeitslosen Ingenieure heute bei etwa 65.000.)

Aus den aktuellen Zahlen lässt sich ein bemerkenswerter Faktor feststellen: Das verbreitete Clichee, das Berufsbild des Ingenieurs stets in Zusammenhang mit einer Beschäftigung im (produzierenden) industriellen Sektor zu bringen, scheint überaltet zu sein. Neben Unternehmen der Automobilindustrie, der Elektroindustrie oder der Luft- und Raumfahrtindustrie greifen immer mehr unternehmensnahe und Anbieter von technisch anspruchvollen Dienstleistungen zum Know-how von Ingenieuren und Ingenieurinnen. Die hohe Zahl der beschäftigten Ingenieuren und Ingenieurinnen im Dienstleistungssektor lässt sich auch durch dessen allgemein hohe Beschäftigtenzahl erklären.

Der steigende Ingenieurbedarf auch in „untypischen“ Ingenieurbranchen unterstreicht das Bedürfnis der deutschen Wirtschaft, die steigende Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräfte zukünftig durch mehr Absolventen der Ingenieurwissenschaften decken zu müssen. Denn obwohl die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtigen beschäftigten Ingenieure in Deutschland seit 1996 um 2,7  gestiegen ist, kann die Ingenieurlücke nur durch eine zukünftig bessere Anstiegquote geschlossen werden.

Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieure nach Fachrichtung

Der Größte Anteil der Ingenieure in Deutschland sind Elektroingenieure. Im Jahr 2007 gab es 161.500 beschäftige Elektroingenieure. Gleichzeitig lässt sich aber einen Rückgang der Beschäftigten um 1,1  Prozent registrieren. Die Zahl der Maschinen- und Fahrzugbauingenieure ist im Jahr 2007 um 2,1 Prozent auf 142.776 gestiegen. Die Zahl der Architekten und Bauingenieure lag bei 116.584 und ist somit im Vergleich zum Jahr 2006 um 1 Prozent gestiegen. Es folgen 191.373 sonstige Ingenieure, 27.152 übrige Fertigungsingenieure, 9.285 Vermessungsingenieure und 5.688 Bergbau-, Hütten- und Gießereiingenieure. (Quelle: www.vdi.de , Statististikportal VDI)

In welchen Bereichen arbeiten Ingenieure?

Die größte Zahl der deutschen Ingenieure sind in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Konstruktion, Produktion und Fertigung sowie technische Leitung und Projektmanagement tätig. Als Einsatzgebiete der Ingenieure folgen der Vertrieb (innen- und Außendienst), die Aus- und Weiterbildung, die Qualitätskontrolle, der technische Service, Materialwirtschaft und Logistik, die allgemeine Verwaltung, IT-Dienstleistungen, Softwareproduktion, Einkauf, Marketing und die allgemeine Unternehmensleitung. Keine typischen Ingenieureinsatzgebiete sind u.a. die Unternehmensplanung, das Bankwesen, das Personalwesen, der Rechtsbereich, der Gesundheits- oder Sozialbereich, Call-Center, E-Commerce, Werbung oder PR sowie Medienproduktion.

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