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Demographische Entwicklung verschärft den Ingenieurmangel

Der Ingenieurmangel in Deutschland wird zukünftig auch auf Grund von demographischen Entwicklungen steigen. Die Altersstruktur der derzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ingenieure bereitet Sorgen. Nach Daten des Verein Deutscher Ingenieure (VDI) von 2007 ergibt sich folgendes Bild: Lediglich 140.448 beschäftigte Ingenieure/innen sind unter 35 Jahre, 350.638 sind zwischen 35 und 50 Jahre alt und 163.272 sind 50 Jahre oder älter. Im Klartext: Derzeit gibt es in Deutschland mehr ältere als jüngere Ingenieure/innen. Ein Generationswechsel zwischen älteren Ingenieuren, die in Rente gehen, und junge Ingenieure, findet im Vergleich mit anderen europäischen Ländern in Deutschland nur mühsam statt. Wenn die Zahl der von berufserfahrenen Ingenieuren durch das Fluktuationsphänomen Pensionierung sinkt, muss die Zahl der nachrückenden Jungakademiker steigen.

Nach Aussagen des Leiters der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ist dies in Deutschland insbesondere für die Berufsgruppe der Ingenieure/innen leider nicht der Fall. Denn auf 100 Ingenieure im Alter zwischen 55-64 Jahr kommen nur 90 Absolventen im Alter zwischen 25—34 Jahre. Im Gegensatz kommen  in anderen OECD-Ländern auf 100 ältere Ingenieure durchschnittlich 190 Nachwuchskräfte. Das Problem sei nicht das Interesse jünger Menschen für ein ingenieur- oder naturwissenschaftliches Studium zu begeistern. Denn in Deutschland sei die Absolventenquote in diesen Bereichen so hoch wie nirgendwo anders in Europa. Als Folge einer höheren Studierendenzahl von technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern würden Fachkräfte in anderen Bereichen fehlen. Was einfach fehlt sind mehr Hochschulabsolventen. (Quelle: http://www.oecd.org)

 

Folgen des demographischen Wandels

Auf Grund des sich vollziehenden demographischen Wandels wird ab 2015 die Zahl der erwerbstätigen Menschen deutlich sinken. Dies Phänomen kann durch die Verschiebung des Rentenalters auf 67 Jahren nur kurzzeitig gebremst aber nicht gestoppt werden. Besonders betroffen davon ist die Berufsgruppe der Ingenieure und Ingenieurinnen. Etwa 43.000 werden aus Altersgründen sich vom Berufsleben verabschieden. Denn durch einen Blick auf die Altersstruktur deutscher Ingenieure und Ingenieurinnen stellt man mit Sorgen fest, dass über 50 Prozent der derzeit beschäftigten Ingenieure und Ingenieurinnen zwischen 35 und 49 Jahre alt sind und über 20 Prozent die Altersmarke 50 bereitsüberschritten haben.