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Abbrecherquoten von 30 Prozent und mehr!

Laut statistischen Berechnungen des Hochschul-Informations-System (HIS) auf der Basis des Absolventenjahrgangs 2006 ist ein bemerkenswerter Anstieg der Studienabbrecherquote in dem Bereich Ingenieurwissenschaften sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen festzustellen. Die durchschnittliche Abbrecherquote an deutschen Fachhochschulen und Universitäten liegt bei 25 bzw. 26 Prozent. Die meisten Studienabbrüche gibt es in den Studiengängen Maschinenbau und Elektrotechnik. An den Fachhochschulen liegt die Abbrecherquote für diese Studiengänge bei 32 bzw. 36 Prozent, während an den Hochschulen die Abbrecherquote für diese zwei Bereiche bei 34 bzw. 33 Prozent liegen.

In anderen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen ist die Abbrechquote in den letzen Jahren leicht gesunken. Doch um die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands  zukünftig zu sichern und auszubauen, müssen die Abbrecherquoten an den Hochschulen stark sinken. Denn eine signifikante Reduzierung der Abbrecherquoten um ein Drittel pro Absolventenjahrgang würde nach Einschätzungen des Bundesministerium für Bildung und Forschung etwa 7.000 bis 8.000 weitere Absolventen in den ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen bewirken.

 

Ziel einer qualitätsausgerichteten Hochschulausbildung

Ein hochgradiger Studienerfolg zählt zu den hauptsächlichen Zielen einer qualitätsorientierten Hochschulausbildung. Hochschulen sind entsprechend ihres Selbstverständnisses und ihres gesellschaftlichen Auftrags bemüht, möglichst viele ihrer Studienanfänger zu einem Examen auf höchstem Niveau zu führen. Dieses Verständnis von Ausbildungsqualität bedeutet, dass die Quote des Studienabbruchs ein wesentliches Zeichen für das Leistungspotenzial des deutschen Hochschulsystems und einzelner Bereiche darstellt.

Studienabbrecher sind ehemalige Studierende, die zwar durch Immatrikulation ein Erststudium an einer deutschen Hochschule aufgenommen haben, dann aber das Hochschulsystem ohne (erstes) Abschlussexamen verlassen und das Studium auch nicht zu einem späteren Moment wieder aufnehmen. Nur Studierende, die ihr Erststudium aufgeben, können deshalb als Studienabbrecher betrachtet werden.

Entwicklung der Studienabbruchquote an Universitäten nach Fakultäten

(Quelle HIS 2008)

 

Entwicklung der Studienabbruchquote an Universitäten in Studiengängen der Ingenieurwissenschaften

(Quelle HIS 2008)

 

Entwicklung der Studienabbruchquote an Fachhochschulen nach Fakultäten

(Quelle HIS 2008)

 

Entwicklung der Studienabbruchquote an Fachhochschulen in Studiengängen der Ingenieurwissenschaften

(Quelle HIS 2008)