>>>> zurück zu Ursachen des Ingenieurmangels

Unternehmensanforderungen sind drastisch gestiegen

Die Anforderungen und Erwartungen von Unternehmen gegenüber Ingenieuren haben sich in den letzten Jahren radikal verändert. Fachliche Kompetenz reicht heute nicht mehr aus. Unternehmen brauchen Ingenieure, die auch methodisch und sozial kompetent sind und über ökologisches sowie ökonomisches Wissen verfügen. Hierbei richtet sich die Kritik von Unternehmen an die Hochschulbildung: Absolventen landen auf dem Arbeitsmarkt mit einem „marktfremden“ Hochschulabschluss, meist ohne das unabdingbare interdisziplinäre, praxisnahe Know-how, integrative Wissen und wichtige Schlüsselqualifikationen. Fachwissen allein ist heute nicht mehr ausreichend, um im Beruf erfolgreich zu sein. Nur wenn ein Ingenieur sein Fachwissen auch entsprechend umsetzen kann, ist er „beschäftigungsfähig“ und gemäß den beruflichen Anforderungen voll und insbesondere vielseitig einsetzbar.

Arbeitgeber verlangen immer mehr: Schlüsselqualifikationen werden immer wichtiger. Insbesondere bei Vertriebsingenieuren aber auch anderen Ingenieurberufen schauen Arbeitgeber sehr stark auf all jene Fähigkeiten und Kompetenzen, die über die fachliche Qualifikation hinausgehen, u.a.  Teamfähigkeit, Projektmanagement Kommunikationsfähigkeit, Konfliktlösungsfähigkeit, Kontaktstärke oder Leistungsbereitschaft und Motivation. Nach einer Studie des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sind die von Arbeitgebern in Stellenanzeigen am häufigsten erwarteten Soft Skills Team-, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten (52 Prozent), dicht gefolgt von mentalen Fähigkeiten wie der Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten und Lernen (36 Prozent) sowie Flexibilität und Kreativität (31 Prozent). Und auch personale Kompetenzen wie Leistungsbereitschaft oder Motivierungsvermögen werden oft von Bewerbern gefordert (27 Prozent).

Zu den Berufen, in denen häufig Soft Skills verlangt werden, gehören u.a. insbesondere Ingenieurs- und Technikberufe. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Kienbaum ist das wesentlichste Kriterium für die Auswahl eines High Potentials nach wie vor die Fähigkeit zur Eigenmotivation. Zunehmend wichtiger sind insbesondere Auswahlkriterien wie Belastbarkeit und Flexibilität geworden. Daraus lässt sich erschließen, dass durch die konstante Betriebsamkeit der Unternehmen nach Produktivitätssteigerungen, des Personalabbaues und des Bedürfnisses der Konsolidierung der Märkte Nachwuchskräfte belastbarer und flexibler sein müssen. Geringer erfordert sind die Risikobereitschaft und eine allzu aggressive Karriereorientierung. Eine weitere Feststellung lässt sich im Vergleich zwischen mittleren und großen Unternehmen feststellen: Größe Unternehmen mit 5000 Mitarbeitern und mehr finden Eigenschaften wie Flexibilität und Mobilität wesentlich wichtiger als mittlere Unternehmen mit weniger wie 5000 Mitarbeitern. Belastbarkeit und Konfliktfähigkeit sind andererseits für mittlere Unternehmen relevanter.

 

>>>> weiter zu Rekrutierungsschwierigkeiten