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Aufgrund der Umsetzung des Bologna-Prozesses und der damit verbundenen Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen werden Diplomstudiengänge immer seltener angeboten. Ab dem Jahr 2010 wird bei grundständigen Studiengängen in fast allen Fächergruppen der Bachelorabschluss der Regelabschluss sein. Nachfolgend wird deshalb das Bachelorstudium Ingenieurinformatik an Hochschulen beschrieben.

 

Ausbildungsinhalte

Das Studium umfasst eine wissenschaftliche Ausbildung in den Bereichen Informatik, Mathematik und Elektrotechnik sowie im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Man lernt Methoden, mit denen man komplexe technische Systeme mit hohem informationsverarbeitendem Anteil entwickeln kann. Die Studierenden besuchen Vorlesungen, Seminare und praktische Übungen an der Hochschule, z.B. in folgenden Pflichtfächern und -modulen:

  • Mathematik
  • Physik
  • Informatik
  • Elektrotechnik
  • Schaltungstechnik

Während der Arbeit in Bibliotheken und zu Hause am Computerarbeitsplatz erschließen sie sich eigeninitiativ Lernstoffe und fertigen Hausarbeiten und Referate an. Ihre Pflichtpraktika absolvieren die Studierenden zum Beispiel in Industrieunternehmen oder in wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen. Heimat- und Studienort sind nicht immer identisch. Nicht alle Hochschulen bieten den gewünschten Studiengang an; darüber hinaus können Zulassungsbeschränkungen und spezielle Zugangsvoraussetzungen die freie Wahl der Hochschule einschränken.

 

Lernorte

Die Studierenden nehmen an Lehrveranstaltungen in den Hörsälen und Seminarräumen der Hochschule teil. Da sie z.T. Studienangebote verschiedener Fachdisziplinen besuchen, insbesondere der Mathematik, der Informatik und der Elektrotechnik, wechseln sich - sofern die einzelnen Fachbereiche an unterschiedlichen Orten untergebracht sind - die Veranstaltungsorte ab. Studierende müssen dann, oftmals in kurzer Zeit, von einem Ort zum anderen wechseln. Hochschulinterne Praktika absolvieren die Studierenden im Rechnerlabor.

 

Ausbildungsbedingungen

Worauf man sich einstellen sollte

Theorie: Vorlesungen - Seminare - Lernkontrollen

Hochschulveranstaltungen wie Vorlesungen, Seminare und Übungen finden i.d.R. Montag bis Freitag tagsüber statt, teilweise aber auch in den frühen Abendstunden. Studierende sollten mit Lehrveranstaltungen im Umfang von bis zu 30 Semesterwochenstunden (SWS) rechnen. Etwa die gleiche Zeit wird benötigt, um die Veranstaltungen vor- und nachzubereiten.

Daneben sind Wahlpflichtfächer bzw. -module zu belegen, z.B.

  • Prozess- und Sensortechnik
  • Rechnernetze
  • Computergrafik
  • künstliche Intelligenz

Darüber hinaus arbeiten die Studierenden an Projekten mit und nehmen an Exkursionen (z.B. Betriebsbesichtigungen) teil. Betriebspraktika, die nicht in den Studiengang integriert sind, leistet man in der vorlesungsfreien Zeit oder vor Studienbeginn ab. Vor allem an Fachhochschulen ist i.d.R. ein praktisches Studiensemester fester Bestandteil eines Studiengangs. Es wird meist im 5. oder 6. Semester absolviert. Ziel ist es, das erworbene Wissen in einem Betrieb oder einer anderen Einrichtung der Berufspraxis umzusetzen. Je nach Hochschule kann das Praxissemester auch im Ausland abgeleistet werden. Angaben zum Inhalt und zum Ablauf der Praktika an Fachhochschulen sind in der entsprechenden Praktikumsordnung zu finden. Der Studiengang wird auf Grundlage der Studienordnungen der einzelnen Hochschulen durchgeführt.

 

Im European Credit Transfer System (ECTS) ist ein Semester auf 30 Leistungspunkte (Credit Points) ausgelegt. Jeder Credit Point entspricht einem geschätzten Arbeitsaufwand für das Präsenz- und Selbststudium von 30 Stunden. Pro Semester sollten Studierende also von mindestens 900 Arbeitsstunden ausgehen.
Besucht man Lehrveranstaltungen verschiedener Fachbereiche, die räumlich voneinander getrennt sind, muss man Wegezeiten einplanen. In vorlesungsfreien Zeiten fertigen die Studierenden Hausarbeiten an, bereiten das neue Semester vor oder absolvieren Praktika.
Das Pensum wird überwiegend im Einzelstudium erarbeitet, zum Teil auch in selbst organisierten Kleingruppen. Im Vergleich zur Schulzeit werden höhere Anforderungen an die selbstständige Arbeitsorganisation gestellt. Denn für die Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen und die termingerechte Ausarbeitung von Referaten und Seminararbeiten ist jeder selbst verantwortlich. Lerninhalte müssen sich die Studierenden auch selbstständig und eigeninitiativ aneignen, z.B. bei Recherchearbeiten in Bibliotheken und am häuslichen Computerarbeitsplatz.
In fachbereichsübergreifenden Veranstaltungen und im Rahmen von Wahlpflichtmodulen studiert man auch mit Kommilitonen anderer Studiengänge und trifft dabei auf Studierende ganz unterschiedlicher Fachdisziplinen, z.B. der Mathematik oder der Betriebswirtschaft.
Die Studierenden müssen in jedem Semester Leistungsnachweise erbringen, z.B. in Form von Referaten, Seminararbeiten, Klausuren und v.a. in studienbegleitenden Prüfungen. Auch hier müssen sie selbst dafür sorgen, dass sie die vorgeschriebenen Studien- und Prüfungsleistungen rechtzeitig zu den festgesetzten Terminen vorweisen und die im jeweiligen Semester anstehenden Pflichtveranstaltungen belegen. Das erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und Selbstdisziplin.
Kann der gewünschte Studiengang nicht in der Nähe des Heimatortes absolviert werden, steht ein Umzug an, der gegebenenfalls auch die Trennung vom sozialen Umfeld bedeutet. Daneben muss man sich im ungewohnten Hochschulbetrieb zurechtfinden. Die Hochschulen unterstützen die Studienanfänger jedoch mit zum Teil umfangreichen Informations- und Beratungsangeboten.

Praxis: Übungen - Projekte - Betriebspraktika

Um die theoretischen Kenntnisse anzuwenden und praktische Erfahrungen zu sammeln, nehmen die angehenden Informatikingenieure an der Hochschule an Übungen und Praktika teil. Durch Exkursionen in Form von Firmenbesuchen erhalten sie einen Einblick in betriebliche Abläufe und Aufgaben.

Mit der Berufswirklichkeit machen sie sich meist schon während des Studiums vertraut, indem sie einschlägige Praktika in Industrie, Wirtschaft oder in wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen absolvieren. Dabei arbeiten sie mit Fachkräften der Betriebe zusammen. Unter Anleitung von erfahrenen Mitarbeitern setzen sie das erworbene theoretische Wissen in die Praxis um. Die Studierenden sind häufig selbst dafür zuständig, sich eine Praktikumsstelle und evtl. eine Unterkunft zu beschaffen. Wenn der Studiengang Praxisphasen in Betrieben vorsieht, sind die Hochschulen unter Umständen bei der Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle behilflich.