Universität, Fach- oder Duale Hochschule oder Berufsakademie?

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Ein Ingenieurstudium ist in Deutschland sowohl an Universitäten und Technischen Universitäten, als auch an Fachhochschulen und Berufsakademien möglich.

 

Ingenieurwissenschaften an Universitäten bzw. Technischen Hochschulen

Während zum Bildungsprogramm von Universitäten Studiengänge verschiedener Fachbereiche gehören, sind Technische Hochschulen auf naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge spezialisiert. Ziel von Universitäten und Technische Hochschulen ist es, Technische Grundlagenkenntnisse und theoretisches Wissen, sowie berufsbezogene Praxiskenntnisse zu vermitteln. Im Vordergrund eines Studiums an Universitäten und Technischen Hochschulen stehen Wissenschaft und Forschung. Studierende sollten in der Lage sein, das Studium selbst zu organisieren, sowie diszipliniert und methodisch arbeiten zu können und durch Eigeninitiative denkbare inhaltliche Kombinationen festzulegen. Die Regelstudienzeit von Master- bzw. Diplomstudiengängen liegt bei 10 bis 12 Semester. Ein Bachelorstudium lässt sich bereits nach 6 bis 8 Semestern absolvieren. Absolventen, die eine Karriere im Bereich Wissenschaft und Forschung anstreben, sollten im Anschluss eines Master- oder Diplomabschlusses direkt promovieren. Absolventen mit einem Universitäts-Abschluss sollen durch Forschungs- und Entwicklungsarbeit an Universitäten und in der Industriewelt beitragen, Innovationen in den diversesten Bereichen der Ingenieurwissenschaften konstant voranzubringen. Hauptziel ist es, die Ergebnisse und Entwicklungen dieses ständigen Innovationsprozesses in den Unternehmen und Konzernen umzusetzen.

 

Studium an einer FH

An den Fachhochschulen wird traditionell mehr Wert auf praxisbezogenes Wissen gelegt. Schwerpunkt einer Ingenieurausbildung an einer FH ist die Anwendung wissenschaftlicher Ergebnisse und nicht die wissenschaftliche Forschung. Das Absolvieren von Praktika gehört absolut zu einem Ingenieurstudium einer FH. Inhalt und Umfang des Studiums an einer FH ist, anders als an einer Universität, durch eine Art Verschulung geregelter. Der persönliche Kontakt zu den Dozenten und Professoren ist in der Regel besser als an den Universitäten bzw. Technischen Hochschulen. Die Regelstudienzeit beträgt im Durchschnitt 8 Semester. Besonders praxisbezogen sind die dualen und kooperativen Studiengänge. Hierbei wird das Studium in die berufliche Ausbildung integriert. Studium und Ausbildung erfolgen bei dualen Studiengängen in zeitlich eindeutig getrennten Blöcken ohne inhaltlichen Bezug zueinander. Dagegen sind Studium und Ausbildung bei den kooperativen Studiengängen aufeinander abgestimmt und auch inhaltlich aufeinander bezogen. Voraussetzungen für beide Studienformen ist die Einschreibung an einer Fachhochschule sowie ein Arbeitsvertrag mit einem der kooperierenden Unternehmen. (siehe auch Fernstudium)

 

Berufsakademien

Bachelor und Master of Engineering sind auch in Studienakademien möglich. Dadurch ist die Angleichung der Studienabschlüsse an den verschiedenen Hochschularten vollständig. Bachelorabschlüsse der Berufsakademien, die akkreditiert sind, werden bundesweit anerkannt und haben den gleichen Stellenwert wie die Bachelorabschlüsse anderer Hochschularten. Berufsakademien unterscheiden sich von anderen Hochschularten durch ihre Praxis- und Berufsorientierung, die auch als duales System definiert wird. Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Der Ausbildungsvertrag wird mit einem Unternehmen abgeschlossen. In diesen Jahren wechseln sich akademische Lehre und betriebliche Ausbildung ab. Etwa zwei Drittel der Absolventen bleiben nach der Ausbildung in den Unternehmen, wo sie ihre betriebliche Ausbildung gemacht haben. Ein Vorteil für Berufsakademie-Studierende ist, während der gesamten Studienzeit einen monatlichen Lohn von ihrem Betrieb oder Unternehmen zu bekommen. Ein standardisierter Ausbildungsvertrag regelt Rechte und Pflichten. Berufsakademien haben in der Regel Listen mit Ausbildungspartnern, bei welchen man sich bei Interesse bewerben kann. Es ist möglich, auch Betriebe und Unternehmen anzusprechen, die keine Ausbildungspartner der Akademie sind. Solche externe Unternehmen werden dann von der Akademie kontaktiert, gleichzeitig werden deren Ausbildungsinhalte überprüft und gegebenenfalls die Kooperation geregelt. Gegenwärtig gibt es keine bundeseinheitliche Regelung der  Zulassungsvoraussetzungen an den Berufsakademien.

 

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